Sondererlaubnis Mehr als 40.000 Erntehelfer kamen trotz Corona

Der Spargel sollte auch in der Coronakrise gestochen werden - deshalb ließ Deutschland ausländische Erntehelfer per Sondererlaubnis einreisen. Gut die Hälfte des Kontingents wurde ausgeschöpft.
Erntehelfer im März in Baden-Württemberg: Strenge Vorgaben zum Gesundheitsschutz

Erntehelfer im März in Baden-Württemberg: Strenge Vorgaben zum Gesundheitsschutz

Foto: Sebastian Gollnow/ DPA

Mithilfe einer Sonderregelung wegen der Coronakrise sind im Frühjahr insgesamt 40.300 ausländische Saisonkräfte nach Deutschland gekommen. Das teilte der Bauernverband auf Basis von Daten der Bundespolizei mit. Damit wurde das mögliche Kontingent von bis zu 80.000 ausländischen Erntehelfern zur Hälfte ausgeschöpft. Einreisen angemeldet hatten demnach 2300 Landwirtschaftsbetriebe.

Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte, die Sonderregelung sei wegen der geschlossenen Grenzen extrem wichtig für die Betriebe gewesen. Nur so hätten sie weiter der Verpflichtung nachkommen können, die Bevölkerung mit heimischen Nahrungsmitteln zu versorgen. Angesichts drohender Engpässe hatte die Bundesregierung die begrenzte Einreise von Saisonkräften nur per Flugzeug erlaubt. Damit verbunden waren strenge Vorgaben zum Gesundheitsschutz.

Die Sonderregelung für April und Mai wurde einmal verlängert und lief am vergangenen Montag aus. Seit Dienstag können Erntehelfer aus EU-Ländern auch wieder auf dem Landweg und "ohne die bisherigen Beschränkungen" einreisen, wie ein Konzept von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) festlegt. Die neuen Regelungen gelten nun bis Jahresende und schreiben weiterhin Corona-Schutzvorgaben vor.

Saisonarbeitskräfte sind unter anderem wegen der Unterbringung in überfüllten Unterkünften selbst besonders vom Coronavirus bedroht. Im April starb ein rumänischer Erntehelfer in Baden-Württemberg. Derzeit wirft die Coronakrise auch ein Schlaglicht auf die Arbeitsbedingungen ausländischer Arbeitnehmer in der Fleischbranche. Tönnies, Deutschlands Marktführer bei der Schlachtung von Schweinen, meldete einen deutlichen Anstieg der Infiziertenzahlen. Bis zum Mittwochabend war die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Mitarbeiter auf 657 gestiegen.

dab/dpa
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