Handelskrieg Trump erwägt offenbar Ausschluss chinesischer Unternehmen von US-Börsen

Es wäre eine weitere Eskalation im Handelskrieg: Washington denkt laut Insider-Berichten darüber nach, Aktien chinesischer Unternehmen nicht mehr an US-Börsen handeln zu lassen. Peking droht mit Gegenmaßnahmen.

Auto in chinesischer Fabrik: Werden Aktien chinesischer Unternehmen künftig nicht mehr an US-Börsen gehandelt?
Yang Shiyao/XinHua XinHua/dpa

Auto in chinesischer Fabrik: Werden Aktien chinesischer Unternehmen künftig nicht mehr an US-Börsen gehandelt?


Die US-Regierung erwägt Medienberichten zufolge die Begrenzung amerikanischer Kapitalströme in Richtung China. Entsprechende Diskussionen würden derzeit in der Trump-Administration geführt, berichteten die Nachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters unter Bezug auf informierte Personen.

Eine Möglichkeit sei demnach, Aktien chinesischer Unternehmen nicht mehr an amerikanischen Börsen handeln zu lassen. Zudem könnte das Engagement amerikanischer Pensionsfonds in chinesischen Märkten begrenzt werden.

Die Furcht vor einer Verschärfung des Handelskonflikts mit China hat die US-Aktienmärkte an diesem Freitag teils deutlich ins Minus gedrückt. Unter Druck gerieten insbesondere die stark konjunkturabhängigen Technologiewerte, die zudem unter einem enttäuschenden Ausblick des Chipherstellers Micron Technology litten.

China warnt vor weltweiter Rezession

Unterdessen drohte China mit weiteren Gegenmaßnahmen und warnte vor einer Rezession. Man wolle Probleme in einer ruhigen und vernünftigen Weise lösen, sagte der chinesische Außenminister Wang Yi vor der Uno-Vollversammlung in New York. "Sollte die andere Seite aber in böser Absicht handeln oder keinen Respekt für den gleichen Status oder die gleiche Rolle bei den Verhandlungen zeigen, müssen wir die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um unser legitimes Recht und Interesse zu wahren", sagte Wang. Er nannte die USA in seiner Rede dabei nicht direkt.

Wang Yi bei seiner Rede vor der Uno: "Notwendige Maßnahmen ergreifen"
Kevin Hagen / AP

Wang Yi bei seiner Rede vor der Uno: "Notwendige Maßnahmen ergreifen"

Gleichzeitig warnte er, dass der wirtschaftliche Protektionismus der Trump-Administration die Welt in eine Rezession stürzen könnte. Zölle und provozierte Handelskonflikte dienten dazu, "die globale Wirtschafts- und Handelsordnung zu untergraben", sagte Wang. Wenn international anerkannte Regeln verletzt würden, könne die Welt im Chaos versinken. Dabei werde China sich niemals von Drohungen einschüchtern lassen oder dem Druck unterwerfen.

US-Präsident Donald Trump hat vor mehr als einem Jahr einen Handelskrieg mit Peking angezettelt, der zuletzt eskaliert war. Seitdem überziehen sich die beiden größten Volkswirtschaften mit Strafzöllen, was die internationale Konjunktur belastet. Seit Monaten laufen Verhandlungen über ein neues Handelsabkommen der beiden Großmächte.

Bei seiner Rede vor den Vereinten Nationen am vergangenen Dienstag hatte Trump eine Reform des internationalen Handelssystems gefordert und China erneut unfaires Wirtschaften vorgeworfen. Seine Regierung werde eine "ehrgeizige Kampagne" zur Reform des Welthandels vorantreiben. Die Welthandelsorganisation (WTO) brauche "drastischen Wandel". Es könne zum Beispiel nicht sein, dass China als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt bei den Handelsbeziehungen nach WTO-Regeln die Vorteile eines Entwicklungslandes für sich geltend machen könne, so Trump.

yer/dpa/Reuters

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