Drohende Exportbeschränkung aus China US-Militär sucht neue Lieferanten für seltene Erden

China drohte Washington im Handelsstreit mit einer Verknappung der Ausfuhr an seltenen Erden. Das US-Verteidigungsministerium fahndet jetzt nach alternativen Quellen für den wichtigen Rohstoff.

Tagebau im chinesischen Ganxian
Str/FEATURECHINA/dpa

Tagebau im chinesischen Ganxian


Im Handelsstreit zwischen China und den USA wurde zuletzt über seltene Erden gestritten. Die USA loten deshalb neue Bezugsquellen für diese Rohstoffe aus. Das Verteidigungsministerium habe Gespräche mit Mkango Resources in Malawi und anderen Unternehmen in der ganzen Welt aufgenommen, sagte Jason Nie während einer Konferenz in Chicago.

"Wir suchen nach jeder Quelle außerhalb Chinas", sagte der Mitarbeiter der Defense Logistics Agency (DLA) des Ministeriums. Es müsse mehr als nur einen Produzenten geben. Die Regierung von Präsident Donald Trump kündigte "nie da gewesene Maßnahmen" zur Versorgung des Landes an.

Seltene Erden sind in Rüstungsgütern von Kampfjets bis Nachtsichtgeräten enthalten. Zwar kontrolliert China nur ein Drittel der weltweiten Vorkommen an seltenen Erden. Allerdings verfügt es über vier Fünftel der Verarbeitungsanlagen. Entsprechend decken die USA gegenwärtig 80 Prozent ihres Bedarfs aus der Volksrepublik.

Lesen Sie hier: So hart könnte ein chinesischer Exportstopp seltener Erden die USA treffen.

Chinas Staatsmedien hatten Ende Mai wegen des Handelskonflikts über eine Begrenzung des Exportes in die USA spekuliert. Die Regierung in Peking hatte diesen Schritt bereits 2010 nach einem diplomatischen Streit gegenüber Japan vollzogen.

Nach Angaben von US-Handelsminister Wilbur Ross werden in einem neuen Bericht 35 Elemente und Stoffe als "entscheidend für die wirtschaftliche und nationale Sicherheit" eingestuft - darunter neben seltenen Erden auch die Metalle Uran und Titan. Bei 14 der dort aufgeführten Stoffe sei das Land komplett auf Importe angewiesen. Ross sagte, sie würden "oft übersehen, doch ohne sie wäre das moderne Leben nicht möglich".

apr/Reuters/AFP



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