Entspannung im Handelsstreit China verspricht geringere Zölle

Mitten im Handelsstreit mit den USA gelobt Chinas Präsident Xi Jinping, die Wirtschaft stärker zu öffnen und die Zölle zu senken. An den Finanzmärkten kommt das gut an - dabei sind die Versprechen reichlich schwammig.
Xi Jinping, Donald Trump

Xi Jinping, Donald Trump

Foto: NICOLAS ASFOURI/ AFP

China versucht, die Sorgen vor einem Handelskrieg mit den USA abzuschwächen: Präsident Xi Jinping kündigte am Dienstag neue Schritte zur Öffnung der Wirtschaft seines Landes an.

Die Einfuhrzölle auf Autos, die gegenwärtig 25 Prozent ausmachen, sollten noch in diesem Jahr "bedeutend" gesenkt werden, versprach Xi während eines Wirtschaftsforums auf der südchinesischen Insel Hainan. Der Finanzsektor solle weiter geöffnet, Beschränkungen für Beteiligungen ausländischer Firmen gelockert werden. Sein Land strebe zudem keinen Handelsüberschuss an und wolle insgesamt mehr importieren.

Xi ging damit indirekt auf Hauptforderungen von US-Präsident Donald Trump ein. Konkrete Zahlen oder ein Datum, wann die Öffnung stattfinden soll, nannte er jedoch nicht.

An den Finanzmärkten sorgte Xis Signal der Entspannung dennoch für Erleichterung. Die Ölpreise   stiegen leicht, der deutsche Leitindex Dax   legte vorbörslich zu.

Viele Versprechen, wenig Taten

Bei ausländischen Unternehmen stießen Xis Aussagen dagegen auf Skepsis. Chinas Regierung verspricht seit Jahren, die Bedingungen für ausländische Firmen zu verbessern - tut aber bislang ziemlich wenig dafür. Unternehmen beanstanden unter anderem Diskriminierung, Protektionismus, Rechtsunsicherheit, Technologieklau.

Der Streit zwischen den USA und China hatte sich in den vergangenen Wochen immer weiter verschärft. Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt hatten immer neue Strafzölle für die jeweils andere Nation angedroht. Die Börsen in den USA und China waren daraufhin teils heftig eingebrochen.

Zuletzt hatte allerdings auch US-Präsident Donald Trump schon versöhnlichere Töne angeschlagen. Trump hatte am Wochenende im Internetdienst Twitter geschrieben, China werde seine Handelsbarrieren abbauen, "weil es das Richtige ist". Die gegenseitigen Zölle würden angepasst, und man werde ein Abkommen zu geistigem Eigentum erzielen.

ssu/AFP/dpa