Handelsstreit mit den USA China kündigt schwarze Liste für ausländische Firmen an

Die USA haben den chinesischen Telekomkonzern Huawei im eskalierenden Handelsstreit auf eine schwarze Liste gesetzt. Das beeinträchtigt dessen Geschäfte - nun plant China einen Gegenschlag.

US-Import: Getrocknete Cranberrys in einem Supermarkt in Peking
Mark Schiefelbein / AP

US-Import: Getrocknete Cranberrys in einem Supermarkt in Peking


Seit Monaten überziehen sich die USA und China gegenseitig mit Strafzöllen - zuletzt nutzte Washington im eskalierenden Handelsstreit aber auch ein neues Instrument: US-Präsident Donald Trump rief einen nationalen Telekommunikationsnotstand aus, daraufhin wurde der Netzwerkausrüster und Smartphonehersteller Huawei auf eine schwarze Liste gesetzt. China will nun ebenfalls eine Liste mit "unzuverlässigen" ausländischen Firmen zusammenstellen.

Auf der Strafliste sollen Unternehmen, Individuen und Organisationen geführt werden, die den Interessen chinesischer Unternehmen schaden, sagte Gao Feng, ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums. Dazu sollten Unternehmen gehören, die gegen "Marktregeln verstoßen" oder die Belieferung chinesischer Firmen aus nicht kommerziellen Gründen blockiert oder gestoppt hätten.

Welche Konsequenzen Firmen drohen, die auf der Liste stehen, sagte der Sprecher nicht. Details sollten in "naher Zukunft" folgen.

US-Präsident Trump hatte den Handelskrieg mit dem Land in den vergangenen Wochen durch die schwarze Liste mit Huawei verschärft. Damit unterliegen dessen Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen. Mehrere Chiphersteller und der Internetkonzern Google kündigten in Folge der Sanktionen an, Geschäfte mit Huawei einzuschränken oder abzubrechen.

Chinesische Gegenzölle treten in Kraft

China drohte daraufhin den USA mit einer Verknappung der seltenen Erden. Diese Rohstoffe werden zur Herstellung zahlreicher elektronischer Geräte benötigt und sind nicht austauschbar. China besitzt ein hohes Vorkommen und ist Quasi-Monopolist in der Produktion. Ein hoher Regierungsbeamter sowie Staatsmedien machten am Mittwoch deutlich, dass China die wichtigen Hightech-Metalle als Waffe im Handelskonflikt und im Kampf gegen das Vorgehen der USA gegen den Telekom-Riesen Huawei einsetzen könnte.

Das US-Handelsministerium hatte außerdem angekündigt, vorläufig auch Strafzölle von bis zu 1731,75 Prozent auf chinesische Matratzenzu erheben. Stahl-Bierfässer sollen mit einem Strafzoll von bis zu 79,71 Prozent belegt werden. Beide Produkte seien von chinesischen Anbietern zu Dumpingpreisen angeboten worden, hieß es zur Begründung. Auch Bierfässer aus Deutschland und Mexiko sollen demnach vorläufig mit Antidumpingzöllen von 8,6 Prozent und 18,5 Prozent belegt werden.

An diesem Freitag treten darüber hinaus bereits Mitte Mai angekündigte Strafzölle der Chinesen in Kraft. Das Handelsministerium in Peking will nach Ortszeit um Mitternacht Zölle auf US-Waren im Wert von 60 Milliarden Dollar erheben. Je nach Produkt gelten dann Zölle von bis zu 25 Prozent. Insgesamt sind 5140 Produkte betroffen. Die Strafzölle sind eine Reaktion auf von Washington verhängte Abgaben. Die USA hatten Zölle von zehn auf 25 Prozent auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar erhöht.

kko/dpa

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