Handelsstreit EU-Exportüberschuss mit USA wächst

Das dürfte Donald Trump neue Munition im Handelsstreit geben: Der Handelsüberschuss der Europäischen Union gegenüber den USA ist in den ersten vier Monaten des Jahres kräftig gewachsen.
Hafen von Miami, Florida

Hafen von Miami, Florida

Foto: © Carlo Allegri / Reuters/ REUTERS

Die EU-Länder haben von Januar bis April einen größeren Handelsüberschuss mit den USA erzielt als im Vorjahreszeitraum. Er stieg um 17 Prozent auf 45,4 Milliarden Euro, teilte das Statistikamt Eurostat mit.

Der Überschuss setzt sich zusammen aus den Ausfuhren in die weltgrößte Volkswirtschaft, die im ersten Jahresdrittel um drei Prozent auf fast 131 Milliarden Euro kletterten und den Einfuhren aus den USA, die um mehr als drei Prozent auf gut 85 Milliarden Euro schrumpften.

US-Präsident Donald Trump missfällt das Handelsdefizit seines Landes mit Staaten wie Deutschland. Viele Unternehmen, Ökonomen und Politiker fürchten, dass der Republikaner den US-Markt abschotten und damit den Welthandel bremsen könnte.

EU-Länder profitieren vom Aufschwung

Auf Stahl- und Aluminiumimporte aus den EU-Ländern wurden bereits höhere Zölle eingeführt. Als nächstes könnten Autoimporte mit Mehrkosten belegt werden.

Gegner von Trumps Handelsstrategie monieren allerdings, dass der Präsident nur auf den Warenaustausch abstelle und dabei übersehe, dass die USA mit vielen Ländern einen Ausfuhrüberschuss im Dienstleistungsbereich haben. Dies ist unter anderem eine Folge der großen US-Internetunternehmen wie Amazon , Google oder Facebook .

Die EU-Länder profitieren derzeit vom Aufschwung der Weltwirtschaft, der die Nachfrage nach europäischen Waren erhöht. Die gesamten EU-Ausfuhren in den Rest der Welt wuchsen in den ersten vier Monaten um knapp drei Prozent auf rund 626 Milliarden Euro. Die Welthandelsorganisation WTO hob ihre Prognose für das Wachstum des globalen Warenaustauschs in diesem Jahr kürzlich von 3,2 auf 4,4 Prozent an.

brt/Reuters/dpa
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