Handelsstreit China und USA einigen sich offenbar auf Abbau von Zöllen

Für ein Handelsabkommen mit den USA forderte China, Strafzölle auf beiden Seiten teilweise abzubauen. Der Regierung in Peking zufolge hat Washington dem nun zugestimmt. Die Frankfurter Börse reagierte positiv.

Arbeiterinnen in einer Fabrik in Tianjin (Symbolbild): Naht ein Ende des Zollstreits?
Jason Lee/ REUTERS

Arbeiterinnen in einer Fabrik in Tianjin (Symbolbild): Naht ein Ende des Zollstreits?


Ein neues Handelsabkommen soll bereits in wenigen Wochen unterzeichnet werden: Im Handelsstreit zwischen China und den USA haben sich beide Seiten nach Angaben der Regierung in Peking auf eine schrittweise Reduzierung der gegenseitig erhobenen Strafzölle geeinigt.

Dies werde Bestandteil eines ersten Teilabkommens sein, sagte der chinesische Regierungssprecher Gao Feng. "In den vergangenen zwei Wochen hatten die Unterhändler ernsthafte, konstruktive Diskussionen", sagte er. Das Ausmaß der Zollreduzierung hänge vom konkreten Inhalt des geplanten Abkommens ab. Der Dax und andere europäische Indizes legten an den Börsen infolge der Nachricht deutlich zu, Bundesanleihen und andere als sicher erachtete Anleihen gerieten unter Druck.

Weitere Vereinbarungen geplant

Eine Bestätigung dieser Angaben von US-Seite steht bislang aus. Klar ist: Chinas Staatspräsident Xi Jinping will demnächst in die USA reisen, um dort das angestrebte Teilabkommen zum Handel zwischen beiden Ländern zu unterzeichnen. Bereits in den vergangenen Tagen hatten sich beide Seiten bei der Frage nach den Zöllen angenähert.

Peking dränge Washington, "alle Strafzölle so schnell wie möglich zu beseitigen", hatte eine mit den Verhandlungen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters gesagt. Insgesamt sollen die USA demnach zunächst Zölle auf chinesische Waren im Wert von 110 Milliarden Dollar streichen und Zölle auf Waren im Wert von 250 Milliarden Dollar reduzieren. Darüber hinaus sollen die USA auf weitere Strafzölle, die für Mitte Dezember geplant sind, verzichten.

In dem von US-Präsident Trump als Phase-eins-Deal bezeichneten Abkommen soll es unter anderem um chinesische Käufe amerikanischer Landwirtschaftsprodukte gehen. Außerdem streben die USA eine Regelung an, um eine von ihnen vermutete Währungsmanipulation zu verhindern und den Schutz geistigen Eigentums zu gewährleisten. Daneben soll China sich stärker für amerikanische Unternehmen öffnen. Das Abkommen soll eines von mehreren Vereinbarungen sein, um den Handelsdisput beizulegen.

Wie funktioniert die Civey-Methodik?
Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet mit einem mehrstufigen vollautomatisierten Verfahren. Alle repräsentativen Echtzeitumfragen werden in einem deutschlandweiten Netzwerk aus mehr als 20.000 Websites ausgespielt ("Riversampling"), es werden also nicht nur Nutzer von SPIEGEL ONLINE befragt. Jeder kann online an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, die sicherstellt, dass sie beispielsweise in den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte der Grundgesamtheit entspricht. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse schließlich nach weiteren soziodemografischen Faktoren und Wertehaltungen der Abstimmenden gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in den Civey FAQ.
Warum ist eine Registrierung nötig?
Die Registrierung hilft dabei, die Antworten zu gewichten, und ermöglicht so ein Ergebnis für die Umfragen, das für die Wahlbevölkerung in Deutschland repräsentativ ist. Jeder Teilnehmer wird dabei nach seinem Geschlecht, Geburtsjahr und Wohnort gefragt. Danach kann jeder seine Meinung auch in weiteren Umfragen zu unterschiedlichen Themen abgeben.
Wie werden die Ergebnisse repräsentativ?
Die Antwort jedes Teilnehmers wird so gewichtet, dass das Resultat einer Umfrage für die Grundgesamtheit repräsentativ ist. Bei der Sonntagsfrage und beim Regierungsmonitor umfasst diese Grundgesamtheit die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Die Gewichtung geschieht vollautomatisiert auf Basis der persönlichen Angaben bei der Registrierung sowie der Historie früherer Antworten eines Nutzers. Weitere Details zur Methodik stehen im Civey-Whitepaper.
Erreicht man online überhaupt genügend Teilnehmer?
Meinungsumfragen werden in der Regel telefonisch oder online durchgeführt. Für die Aussagekraft der Ergebnisse ist entscheidend, wie viele Menschen erreicht werden können und wie viele sich tatsächlich an einer Umfrage beteiligen, wenn sie angesprochen werden. Internetanschlüsse und Festnetzanschlüsse sind in Deutschland derzeit etwa gleich weit verbreitet - bei jeweils rund 90 Prozent der Haushalte, Mobiltelefone bei sogar 95 Prozent. Die Teilnahmebereitschaft liegt bei allen Methoden im einstelligen Prozentbereich, besonders niedrig schätzen Experten sie für Telefonumfragen ein.
Es gibt also bei beiden Methoden eine Gruppe von Personen, die nicht erreicht werden kann, weil sie entweder keinen Anschluss an das jeweilige Netz hat oder sich nicht an der Umfrage beteiligen möchte. Deshalb müssen für ein aussagekräftiges Ergebnis immer sehr viele Menschen angesprochen werden. Civey-Umfragen sind derzeit neben SPIEGEL ONLINE in mehr als 20.000 andere Webseiten eingebunden, darunter auch unterschiedliche Medien. So wird gewährleistet, dass möglichst alle Bevölkerungsgruppen gut erreicht werden können.
Woran erkenne ich die Güte eines Ergebnisses?
Bis das Ergebnis einer Umfrage repräsentativ wird, müssen ausreichend viele unterschiedliche Menschen daran teilnehmen. Ob das bereits gelungen ist, macht Civey transparent, indem zu jedem Umfrageergebnis eine statistische Fehlerwahrscheinlichkeit angegeben wird. Auch die Zahl der Teilnehmer und die Befragungszeit werden für jede Umfrage veröffentlicht.
Was bedeutet es, wenn sich die farbigen Bereiche in den Grafiken überschneiden?
In unseren Grafiken ist der statistische Fehler als farbiges Intervall dargestellt. Dieses Intervall zeigt jeweils, mit welcher Unsicherheit ein Umfragewert verbunden ist. Zum Beispiel kann man bei der Sonntagsfrage nicht exakt sagen, wie viel Prozent eine Partei bei einer Wahl bekommen würde, jedoch aber ein Intervall angeben, in dem das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen wird. Überschneiden sich die Intervalle von zwei Umfragewerten, dann können streng genommen keine Aussagen über die Differenz getroffen werden. Bei der Sonntagsfrage heißt das: Liegen die Umfragewerte zweier Parteien so nah beieinander, dass sich ihre Fehlerintervalle überlappen, lässt sich daraus nicht ableiten, welche von beiden aktuell bei der Wahl besser abschneiden würde.
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Die persönlichen Daten der Nutzer werden verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert und bleiben geheim. Mitarbeiter von Civey arbeiten für die Auswertungen lediglich mit User-IDs und können die Nutzer nicht mit ihrer Abstimmung in Verbindung bringen. Die persönlichen Angaben der Nutzer dienen vor allem dazu, die Antworten zu gewichten und sicherzustellen, dass die Umfragen nicht manipuliert werden. Um dies zu verhindern, nutzt Civey statistische wie auch technische Methoden. Darüber hinaus arbeitet Civey mit externen Partnern zusammen, die Zielgruppen für Werbetreibende erstellen. Nur wenn Nutzer die Datenschutzerklärung sowohl von Civey als auch von einem externen Partner akzeptiert haben, dürfen Ihre Antworten vom Partner zur Modellierung dieser Zielgruppen genutzt werden. Ein Partner erhält aber keine Informationen zu Ihren politischen und religiösen Einstellungen sowie solche, mit denen Sie identifiziert werden können. Civey-Nutzer werden auch nicht auf Basis ihrer Antworten mit Werbung bespielt. Der Weitergabe an Partner können Sie als eingeloggter Nutzer jederzeit hier widersprechen. Mehr Informationen zum Datenschutz bei Civey finden Sie hier.
Wer steckt hinter Civey-Umfragen?
An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

apr/dpa-AFX/Reuters



insgesamt 14 Beiträge
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kassandra21 07.11.2019
1.
Man baut jetzt also die Strafzölle schrittweise ab, die durch Trumps einfach zu gewinnenden Handelskrieg erst entstanden sind. Und es geht vor allem um amerikanische Landwirtschaftsprodukte. Wie verwunderlich, wo doch China sein Soja jetzt in Brasilien kauft. Da bereitet jemand offensichtlich seine Wiederwahl im nächsten November vor.
sucher533 07.11.2019
2. Trumps "bucket list"
Wenn hinter diesem Handelsstreit ein Haken kommt, dann ist die EU auf Trumps Liste das nächste Ziel, bei dem eskaliert wird.
Beat Adler 07.11.2019
3. Koennte klappen, wenn, ja wenn, Trump die Finger vom Twitter laesst!
Koennte klappen, wenn, ja wenn, Trump die Finger vom Twitter laesst! Die USA wollen gleichzeitig von den Chinesen die Garantie des Schutzes der "intellectual properties", also Patente und Marken, Copyright. Da wird noch viel Wasser den Yanktse und den Misissippi runter fliesssen, bevor es soweit ist. mfG Beat
neutralfanw 07.11.2019
4. Wenn es so kommt,
Dann hat China so lange gewartet, bis Trump schwach wurde. Er hat nämlich immer mehr "interne" Probleme, also brauchte er eine Baustelle weniger. China sagt ja bewusst, die USA haben zugestimmt. Nicht umgekehrt! Wer hat nachgegeben / gegeben müssen? Richtig.
Ole_Ostpreiß 07.11.2019
5. ein Handelskrieg ist doch nicht so leicht zu gewinnen
wie Trump es so lautstark herausposaunte ... als erstes sollten die Amerikaner daher den Trump abbauen !
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