Handelsstreit zwischen China und den USA Neue Zölle belasten Börse in Tokio

Unternehmen konnten sich seit Wochen auf die seit 1. September geltenden, neuen US-Zölle einstellen. Dennoch dämpft der Handelsstreit zwischen China und den USA die Stimmung am Aktienmarkt.

Containerschiff im Hafen von Qingdao (Archivbild): "Keinen Grund, alles aus China zu kaufen"
Uncredited/CHINATOPIX/AP/dpa

Containerschiff im Hafen von Qingdao (Archivbild): "Keinen Grund, alles aus China zu kaufen"


Die am Wochenende in Kraft getretenen Sonderzölle im Handelsstreit zwischen den USA und China haben den Aktienmarkt in Tokio nur leicht belastet. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verlor um 0,3 Prozent. Auch der breiter gefasste Topix gab 0,3 Prozent nach.

Unter den Firmen, die angesichts dieser Zuspitzung an der Börse in Japan schlechter notieren sind vor allem welche mit einer starken Präsenz in China. So verlor der Maschinen-Bauer Komatsu 0,3 Prozent, der Roboter-Bauer Fanuc 0.2 Prozent und der Elektronik-Hersteller Yaskawa 1 Prozent. Ein Euro wurde mit 1,0991 Dollar bewertet, kaum verändert zum späten New Yorker Handel. Bereits am Freitag war die Gemeinschaftswährung so wenig wert gewesen wie seit mehr als zwei Jahren nicht.

Im Handelsstreit hatten die USA und China am Sonntag wie angekündigt neue Strafzölle in Kraft gesetzt. Ausnahmen für Produkte, die bereits auf dem Transportweg sind, soll es der US-Zollbehörde zufolge nicht geben. US-Präsident Donald Trump forderte US-Firmen erneut auf, Zulieferer außerhalb Chinas zu finden. "Es gibt keinen Grund, alles aus China zu kaufen", schrieb Trump am Sonntag auf Twitter. Amerika dürfe nicht mehr Diener Chinas sein, zitierte er einen Ökonomen. Trump wiederholte auch seine Forderung, wonach alle Kosten des Handelskriegs allein von China getragen werden müssten.

China verhängt Gegenzölle

Als Reaktion auf die neuen US-Zölle verhängte China Gegenzölle in Höhe von fünf und zehn Prozent auf Importe aus den USA. Zehn Prozent werden zusätzlich auf Importe von Fleisch, Gemüse wie Mais und Kartoffeln, Obst, Kleidung und Lederwaren erhoben. Fünf Prozent entfallen auf Sojabohnen, Milchprodukte, Pilze und Chemikalien.

Die USA und China liefern sich nunmehr seit gut einem Jahr einen Handelskrieg, der in beiden Ländern , aber auch weltweit das Wirtschaftswachstum bremst. Trump will China mit den Strafzöllen zum Abschluss eines umfassenden Handelsabkommens bewegen. "Die Zölle haben uns eine unglaubliche Verhandlungsposition verschafft", hatte Trump am Freitag mitgeteilt. "Ich glaube wirklich, dass China ein Abkommen will." Die Verhandlungen sind seit Monaten festgefahren, sollen Trump zufolge diesen Monat wieder aufgenommen werden. Aus Peking gibt es hierzu noch keine Reaktion.

Die nächsten Eskalationen bereits angekündigt: Vom 15. Dezember an wollen die USA Strafzölle von 15 Prozent auf weitere Konsumgüter aus China im Wert von rund 160 Milliarden Dollar in Kraft setzen. Dann werden auch Produkte wie Smartphones, Laptops und Kleidung erfasst. Die im August angekündigten Strafzölle sollten ursprünglich ebenfalls von Sonntag an gelten.Doch Trump nahm einen Teil von ihnen zunächst aus, Apple-Chef Tim Cook soll ihm dazu geraten haben. Von Dezember an gelten dann auf fast alle Warenimporte aus China - 2018 hatten sie einen Wert von rund 540 Milliarden Dollar - Strafzölle.

Auch Peking hat bereits weitere Strafzölle angekündigt. China plant, weitere Importgebühren in Höhe von fünf und zehn Prozent vom 15. Dezember an zu erheben, wenn die weiteren US-Abgaben in Kraft treten. Zehn Prozent werden dann zusätzlich auf Waren aus den USA wie Kaffee, Obstsäfte, Wein und Bier, Medikamente, Holz und auch Autos erhoben. Fünf Prozent kommen auf Zigaretten, Kleidung, Autoteile, Elektrogeräte und Flugzeugmotoren drauf.

Wie funktioniert die Civey-Methodik?
Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet mit einem mehrstufigen vollautomatisierten Verfahren. Alle repräsentativen Echtzeitumfragen werden in einem deutschlandweiten Netzwerk aus mehr als 20.000 Websites ausgespielt ("Riversampling"), es werden also nicht nur Nutzer von SPIEGEL ONLINE befragt. Jeder kann online an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, die sicherstellt, dass sie beispielsweise in den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte der Grundgesamtheit entspricht. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse schließlich nach weiteren soziodemografischen Faktoren und Wertehaltungen der Abstimmenden gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in den Civey FAQ.
Warum ist eine Registrierung nötig?
Die Registrierung hilft dabei, die Antworten zu gewichten, und ermöglicht so ein Ergebnis für die Umfragen, das für die Wahlbevölkerung in Deutschland repräsentativ ist. Jeder Teilnehmer wird dabei nach seinem Geschlecht, Geburtsjahr und Wohnort gefragt. Danach kann jeder seine Meinung auch in weiteren Umfragen zu unterschiedlichen Themen abgeben.
Wie werden die Ergebnisse repräsentativ?
Die Antwort jedes Teilnehmers wird so gewichtet, dass das Resultat einer Umfrage für die Grundgesamtheit repräsentativ ist. Bei der Sonntagsfrage und beim Regierungsmonitor umfasst diese Grundgesamtheit die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Die Gewichtung geschieht vollautomatisiert auf Basis der persönlichen Angaben bei der Registrierung sowie der Historie früherer Antworten eines Nutzers. Weitere Details zur Methodik stehen im Civey-Whitepaper.
Erreicht man online überhaupt genügend Teilnehmer?
Meinungsumfragen werden in der Regel telefonisch oder online durchgeführt. Für die Aussagekraft der Ergebnisse ist entscheidend, wie viele Menschen erreicht werden können und wie viele sich tatsächlich an einer Umfrage beteiligen, wenn sie angesprochen werden. Internetanschlüsse und Festnetzanschlüsse sind in Deutschland derzeit etwa gleich weit verbreitet - bei jeweils rund 90 Prozent der Haushalte, Mobiltelefone bei sogar 95 Prozent. Die Teilnahmebereitschaft liegt bei allen Methoden im einstelligen Prozentbereich, besonders niedrig schätzen Experten sie für Telefonumfragen ein.
Es gibt also bei beiden Methoden eine Gruppe von Personen, die nicht erreicht werden kann, weil sie entweder keinen Anschluss an das jeweilige Netz hat oder sich nicht an der Umfrage beteiligen möchte. Deshalb müssen für ein aussagekräftiges Ergebnis immer sehr viele Menschen angesprochen werden. Civey-Umfragen sind derzeit neben SPIEGEL ONLINE in mehr als 20.000 andere Webseiten eingebunden, darunter auch unterschiedliche Medien. So wird gewährleistet, dass möglichst alle Bevölkerungsgruppen gut erreicht werden können.
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Bis das Ergebnis einer Umfrage repräsentativ wird, müssen ausreichend viele unterschiedliche Menschen daran teilnehmen. Ob das bereits gelungen ist, macht Civey transparent, indem zu jedem Umfrageergebnis eine statistische Fehlerwahrscheinlichkeit angegeben wird. Auch die Zahl der Teilnehmer und die Befragungszeit werden für jede Umfrage veröffentlicht.
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In unseren Grafiken ist der statistische Fehler als farbiges Intervall dargestellt. Dieses Intervall zeigt jeweils, mit welcher Unsicherheit ein Umfragewert verbunden ist. Zum Beispiel kann man bei der Sonntagsfrage nicht exakt sagen, wie viel Prozent eine Partei bei einer Wahl bekommen würde, jedoch aber ein Intervall angeben, in dem das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen wird. Überschneiden sich die Intervalle von zwei Umfragewerten, dann können streng genommen keine Aussagen über die Differenz getroffen werden. Bei der Sonntagsfrage heißt das: Liegen die Umfragewerte zweier Parteien so nah beieinander, dass sich ihre Fehlerintervalle überlappen, lässt sich daraus nicht ableiten, welche von beiden aktuell bei der Wahl besser abschneiden würde.
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Die persönlichen Daten der Nutzer werden verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert und bleiben geheim. Mitarbeiter von Civey arbeiten für die Auswertungen lediglich mit User-IDs und können die Nutzer nicht mit ihrer Abstimmung in Verbindung bringen. Die persönlichen Angaben der Nutzer dienen vor allem dazu, die Antworten zu gewichten und sicherzustellen, dass die Umfragen nicht manipuliert werden. Um dies zu verhindern, nutzt Civey statistische wie auch technische Methoden. Darüber hinaus arbeitet Civey mit externen Partnern zusammen, die Zielgruppen für Werbetreibende erstellen. Nur wenn Nutzer die Datenschutzerklärung sowohl von Civey als auch von einem externen Partner akzeptiert haben, dürfen Ihre Antworten vom Partner zur Modellierung dieser Zielgruppen genutzt werden. Ein Partner erhält aber keine Informationen zu Ihren politischen und religiösen Einstellungen sowie solche, mit denen Sie identifiziert werden können. Civey-Nutzer werden auch nicht auf Basis ihrer Antworten mit Werbung bespielt. Der Weitergabe an Partner können Sie als eingeloggter Nutzer jederzeit hier widersprechen. Mehr Informationen zum Datenschutz bei Civey finden Sie hier.
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apr/Reuters/dpa

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