Blaumacher-Verdacht Kranke Hartz-IV-Empfänger sollen kontrolliert werden

Wer als Hartz-IV-Empfänger oft krank ist, muss sich laut "Bild"-Zeitung auf häufigere Kontrollen einstellen. Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit sollten "begründbaren Zweifeln" an der Arbeitsunfähigkeit nachgehen - und dann unter Umständen die Leistungen kürzen.
Wartende in einer Arbeitsagentur in Leipzig: "Fachliche Hinweise" zu möglichen Blaumachern

Wartende in einer Arbeitsagentur in Leipzig: "Fachliche Hinweise" zu möglichen Blaumachern

Foto: Waltraud Grubitzsch/ picture-alliance/ dpa/dpaweb

Hamburg - Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will Krankmeldungen von Hartz-IV-Empfängern verstärkt überprüfen. Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf eine interne Weisung der BA. Demnach sollen Sachbearbeiter ab sofort besonders darauf achten, ob "begründbare Zweifel an der angezeigten Arbeitsunfähigkeit" bestehen. Falls sich herausstelle, dass der Betroffene gar nicht krank ist, würden die Leistungen gekürzt.

In einem siebenseitigen Papier mit "fachlichen Hinweisen" nennt die BA der Zeitung zufolge Anzeichen für mögliche Blaumacher. Dazu zählen beispielsweise:

  • sich "auffällig häufig oder auffällig häufig nur für kurze Dauer" krankzumelden,
  • häufig am Beginn oder am Ende einer Woche krank zu sein,
  • Einladungen zu Meldeterminen beim Arbeitsamt wegen Krankheit zu versäumen,
  • nach einem Streit mit einem Sachbearbeiter im Jobcenter seine Abwesenheit anzukündigen
  • oder am Ende des Urlaubs krank zu werden.

Auch bei den vorgelegten Arzt-Attesten sollen die Jobcenter laut "Bild" genauer hinsehen. Beim Verdacht auf eine möglicherweise vorgeschobene Erkrankung sollten die Jobcenter den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) einschalten. Die MDK-Ärzte sollen die Hartz-Empfänger notfalls sogar zu Hause untersuchen.

dab/dpa/Reuters
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