14 Euro mehr für Alleinstehende Hartz IV wird stärker erhöht als bisher bekannt

Empfänger von Arbeitslosengeld II sollen künftig mehr Geld bekommen. Die Regierung plant, den Satz für Alleinstehende doppelt so stark anzuheben wie zunächst genannt.
Hartz-IV-Empfänger sollen künftig mehr Geld bekommen (Symbolbild)

Hartz-IV-Empfänger sollen künftig mehr Geld bekommen (Symbolbild)

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Thomas Trutschel/photothek / imago images/photothek

Die Hartz-IV-Sätze sollen zum 1. Januar 2021 stärker erhöht werden als bislang bekannt. Das hat Bundesarbeitsministerium bekannt gegeben  und damit einen entsprechenden Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) bestätigt. Bundestag und Bundesrat müssen der Erhöhung noch zustimmen.

Demnach sollen

  • alleinstehende Erwachsene künftig 446 Euro monatlich bekommen, 14 Euro mehr als bisher.

  • Der Satz für Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren steigt sogar um 45 Euro auf 373 Euro,

  • für Kinder bis fünf Jahre gibt es künftig 283 statt bislang 250 Euro, das ist ein Anstieg in Höhe von 33 Euro.

Grund für die Anhebung sind die gestiegenen Preise und Löhne. Die Sätze werden alle fünf Jahre neu festgesetzt, wenn eine neue sogenannte Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) vorliegt. Außerdem werden sie jährlich entlang der Lohn- und Preisentwicklung fortgeschrieben.

Diese stand aber noch aus, als das Bundeskabinett die Erhöhung der Hartz-IV-Sätze Mitte August auf den Weg brachte. Aus diesem Grund hieß es vor drei Wochen noch, alleinstehende Hartz-IV-Empfänger sollten künftig "mindestens" sieben Euro mehr und damit 439 Euro im Monat bekommen. Sozialverbände und Grüne hatten die geringen Erhöhungen damals scharf kritisiert .

Erhöhungen auch für Paare und erwachsene Kinder

Nun fällt die Erhöhung deutlich kräftiger aus. Demnach soll der Regelsatz für Ehegatten und Partner vom nächsten Jahr an jeweils 401 Euro betragen, aktuell sind es je 389 Euro. Für Erwachsene unter 25, die noch nicht im eigenen Haushalt leben, gebe es 357 Euro, zwölf Euro mehr als bislang.

Alle betroffenen Erwachsenen erhalten somit ab kommendem Jahr eine Leistungssteigerung um gut drei Prozent. Bei einem Teil der Kinder und Jugendlichen ist es mehr als 13 Prozent. Einzige Ausnahme sind Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren. Für sie gibt es nur einen Euro mehr, also künftig 309 statt 308 Euro. Für diese Gruppe waren die Sätze in der Vergangenheit stärker erhöht worden, nämlich um 21 Euro von 2016 auf 2017.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit beziehen rund 5,7 Millionen Menschen in Deutschland Hartz IV. Die Bezeichnung geht zurück auf Sozialreformen unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD), die auf Vorschlägen des früheren VW-Managers Peter Hartz basierten.

kko/dpa
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