Hauptstadtflughafen BER Pannen-Airport wird 440 Millionen Euro teurer

Pannen, Pech - und noch eine Pleite: Der Bau des Hauptstadtflughafens BER wird offenbar noch einmal knapp eine halbe Milliarde Euro teurer als gedacht, wie der jüngste Controllingbericht der Flughafengesellschaft offenbart. Der Bund sowie Berlin und Brandenburg müssten einspringen.
Menschenleerer Terminal des Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg: Der Bau wird noch einmal teurer

Menschenleerer Terminal des Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg: Der Bau wird noch einmal teurer

Foto: Patrick Pleul/ picture alliance / dpa

Berlin - Monatelang gab es seitens der Flughafengesellschaft keine Auskunft darüber, ob die bislang genehmigten Milliarden ausreichen, um den geplanten Flughafen BER in Berlin-Schönefeld fertigzubauen. Laut dem Rundfunksender Berlin-Brandenburg rbb zeigt jetzt der jüngste Controllingbericht: Das Geld reicht lange nicht.

Der Bau des künftigen Hauptstadtflughafens wird demnach noch einmal deutlich teurer als bisher offiziell bekannt: Die Flughafengesellschaft geht selbst inzwischen von Kosten von mehr als 4,7 Milliarden Euro aus. Das genehmigte Budget liegt bei rund 4,3 Milliarden. Den Informationen des Senders  zufolge rechnet die Flughafengesellschaft inzwischen mit einer Finanzierungslücke von knapp 440 Millionen Euro. Das gehe aus dem Bericht an den Flughafenaufsichtsrat von Ende des vergangenen Jahres hervor.

Möglicherweise werde es sogar noch teurer, berichtet der Sender. Demnach stünden die Kosten für den Schallschutz im Umfeld des BER im "eklatanten Widerspruch zu den jüngsten Äußerungen des Flughafenchefs Hartmut Mehdorn".

"Insofern sind die 4,7 Milliarden, die jetzt in der Prognose stehen, auch nicht das Ende der Fahnenstange. Wir werden auf über 5 Milliarden kommen. Rechnet man dann noch die Verbindlichkeiten der Flughafengesellschaft seit 2012 dazu, die ja auch fällig werden, wird es noch mehr", sagt Martin Delius, der Vorsitzende des BER-Untersuchungsausschusses. In der Summe drohe der Flughafengesellschaft damit eine Finanzierungslücke von insgesamt knapp 700 Millionen Euro. Dieses Geld müssten die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund als Eigentümer anteilig zur Verfügung stellen.

Erst im vergangenen Jahr hatten die Steuerzahler Ostdeutschlands größtes Infrastrukturprojekt mit 1,2 Milliarden Euro vor der Pleite gerettet.

Die Eröffnung des geplanten zentralen Hauptstadtflughafens BER ist bereits mehrfach verschoben worden. Am Freitag wurde bekannt, dass selbst bei einer planmäßigen Eröffnung im Juni 2012 noch monatelang Bauarbeiter im Einsatz gewesen wären.

Ab Juli 2014 sollen nun endlich die ersten Maschinen auf dem Flughafen Berlin Brandenburg starten und landen. Diesen Termin nannte Flughafenchef Mehdorn Mitte Januar. Geplant ist ein Testbetrieb mit maximal zehn Flügen am Tag.

lgr/AFP