Herbstgutachten Wirtschaftsforscher halbieren Wachstumsprognose

Da war es noch ein Prozent: Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Prognose für 2013 laut Medienberichten halbiert. Im Rest der Euro-Zone erwarten sie im kommenden Jahr zumindest ein leichte Verbesserung - auch in Griechenland.

Schweißer im Hamburger Hafen: Mit geringer Dynamik ins kommende Jahr
DPA

Schweißer im Hamburger Hafen: Mit geringer Dynamik ins kommende Jahr


Hamburg/Düsseldorf - Die deutsche Wirtschaft wächst auch im kommenden Jahr, aber deutlich langsamer als noch vor wenigen Monaten erhofft. Das ist das Ergebnis des Herbstgutachtens der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute, aus dem "Financial Times Deutschland" ("FTD") und "Handelsblatt" vorab zitieren.

Demnach erwarten die Forscher 2013 noch ein Plus von 1,0 Prozent. Sie sind damit ein wenig optimistischer als der IWF, der in seinem jüngsten Konjunkturausblick 0,9 Prozent vorhersagte. Noch im Frühjahr hatten die Institute jedoch einen Zuwachs von 2,0 Prozent prognostiziert. Das Herbstgutachten wird offiziell am Donnerstag veröffentlicht.

"Derzeit weist vieles darauf hin, dass sich die gesamtwirtschaftliche Expansion gegen Jahresende abschwächt", zitiert die "FTD" aus dem Bericht. Die deutsche Wirtschaft dürfte daher "mit geringer Dynamik in das kommende Jahr hineingehen." Für das laufende Jahr rechnen die Institute laut dem Pressebericht mit 0,8 Prozent Wachstum. Das wäre etwas weniger als die zuletzt geschätzten 0,9 Prozent.

Für 2013 erwarten die Institute dem Bericht zufolge keine Verbesserung auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Die Erwerbslosenquote dürfte demnach wie schon 2012 bei durchschnittlich 6,8 Prozent liegen. Die Zahl der Jobsuchenden würde dann nur leicht von 2,89 Millionen auf 2,90 Millionen Menschen steigen.

Mini-Überschuss für den Haushalt

Mit Blick auf den gesamtwirtschaftlichen Haushalt sind die Institute deutlich optimistischer: Weder 2012 noch 2013 wird es demnach ein gesamtwirtschaftliches Defizit geben. In diesem Jahr rechnen die Fachleute sogar mit einem geringen Überschuss von 0,1 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Die Institute rechnen allerdings mit einer anhaltenden Rezession in Europa. Für die zweite Jahreshälfte 2012 sagen sie einen erneuten Rückgang der Produktion in der Eurozone vorher. Im Gesamtjahr erwarten die Institute dort einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozent.

Eine Stabilisierung in der Euro-Zone erwarten die Ökonomen dann in der ersten Hälfte des kommenden Jahres. Allerdings rechnen sie nur mit einem minimalen Wachstum von 0,1 Prozent. Die Arbeitslosigkeit im Euro-Raum werde vorerst weiter steigen. "Immerhin dürfte die Rezession 2013 aber in fast allen Krisenländern an Schärfe verlieren - auch in Griechenland, Spanien und Italien", heißt es laut "FTD" in dem Bericht.

Das Gutachten der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute wird vom Kieler Instituts für Weltwirtschaft, dem Münchner Ifo-Institut, dem Essener Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung und vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle für die Bundesregierung erstellt. Die Regierung stellt ihre eigene Wachstumsprognose kommende Woche vor.

dab/dpa/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
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papayu 10.10.2012
1. 0,0 Wachstum?
Beim Alkohol sind wir ja schon lange bei 0,7 PROMILLE. Wann beginnt dieses Promillewachstum? Es kann doch nichts mehr wachsen, derAcker ist doch laengst umgefluegt auf Ackermann und Cons. Wann verkuenden endlich unsere Politiker und dessen Schriftsetzer die totale PLEITE. Also 6,5 Millionen Autos wurden 2011 hergestellt in Deutschland. Wie hoch sind dann die Steigerung bei 0,8 %? 65.000 ?? Kauft Autos, sie werden weniger?
robert.haube 10.10.2012
2. Schrumpfung des Wachstums
Es lebe das ewige Wachstum. Und wenn es nicht mehr positiv ist, dann sprechen wir eben von "negativem" Wachstum.
nereb 10.10.2012
3. Konjunkturforscher
Wie sagt Volker Pispers? "Da finden Sie intelligenteres Leben an jedem Duschvorhang" Die Leute kochen auch nur mit Wasser und können die Zukunft genauso präzise vorhersagen wie jeder andere auch - mit dem Unterschied, dass andere kein Geld für ihre dummen Sprüche kriegen. Wir haben diese Kaffeesatzleserei so satt!
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