Drei Bundesländer betroffen Ver.di kündigt weitere Streiks im öffentlichen Nahverkehr an

Weil Ver.di einen Rahmentarifvertrag für ÖPNV-Angestellte durchsetzen will, sind in Hessen, Niedersachsen und Bremen erneute Arbeitsniederlegungen angekündigt. Bereits am Dienstag gab es bundesweite Streiks.
Auf einer Anzeigetafel ist in Düsseldorf der Hinweis auf den Warnstreik im öffentlichen Dienst zu sehen

Auf einer Anzeigetafel ist in Düsseldorf der Hinweis auf den Warnstreik im öffentlichen Dienst zu sehen

Foto: Martin Gerten/ dpa

Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di kündigt für kommende Woche Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) an. Betroffen sind drei Bundesländer: Hessen (Dienstag) sowie Bremen und Niedersachsen (Mittwoch). Mit dieser frühzeitigen Bekanntgabe wolle die Gewerkschaft den Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, sich auf die Streiks einzustellen.

Mit den Streiks will Ver.di durchsetzen, über einen bundesweiten Rahmentarifvertrag für die rund 87.000 Beschäftigten im ÖPNV zu verhandeln. "Der ÖPNV braucht dringend bundeseinheitliche Regelungen zur Entlastung für die Beschäftigten", erklärte die stellvertretende Ver.di-Vorsitzende Christine Behle.

Bereits am vergangenen Dienstag hatte die Gewerkschaft bundesweit zu Warnstreiks aufgerufen; in zahlreichen Städten fielen Busse und Bahnen aus. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) sei trotz des Streiks aber weiterhin nicht zu Verhandlungen bereit, kritisierte Ver.di.

95 Prozent der ÖPNV-Betriebsräte beklagen Personalmangel

Behle warnte, angesichts des Fachkräftemangels stünden die Verkehrswende und die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs auf dem Spiel. Im Vergleich zum Jahr 2000 fehlten heute 15.000 Beschäftigte - die Anzahl der Fahrgäste habe im gleichen Zeitraum um ein Viertel zugenommen.

In einer Befragung unter Betriebsräten in 110 ÖPNV-Unternehmen hätten 95 Prozent Personalmangel beklagt, besonders in den Werkstätten und im Fahrdienst. In 60 Prozent der Unternehmen fielen dadurch regelmäßig Fahrten aus.

bah/Reuters/AFP/dpa
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