Zwangsabgabe Hilforganisationen müssen für Zypern-Rettung zahlen

Die Rettung des zyprischen Finanzsystems geht auch zu Lasten von wohltätigen Organisationen. Eigentlich sollten sie von der Zwangsabgabe verschont bleiben. Doch die Regierung hat diese Regel nun aufgehoben.
COOP Bank in Nikosia: Entscheidung über Höhe der Zwangsabgabe steht noch aus

COOP Bank in Nikosia: Entscheidung über Höhe der Zwangsabgabe steht noch aus

Foto: Katia Christodoulou/ dpa

Nikosia - Auch humanitäre Organisationen, Privatschulen und Ersatzkassen müssen für die Sanierung des zyprischen Bankensystems zahlen. Sie verlieren zwangsweise 27,5 Prozent ihrer Geldeinlagen über 100.000 Euro, teilte der zyprische Finanzminister Charis Georgiades mit. Bislang waren diese Institutionen von der Zwangsabgabe ausgenommen. Weiterhin befreit bleiben nur noch die Geldeinlagen des Staates und der Städte und Gemeinden.

Wie eine Sprecherin der Zentralbank im zyprischen Radio sagte, ziele diese Maßnahme auf eine Entlastung der anderen Kunden der zyprischen Banken. Vor allem die Sparer der schwer angeschlagenen Bank of Cyprus müssen zittern.

Die endgültige Entscheidung über die Höhe der Zwangsabgabe auf ihre Ersparnisse über 100.000 Euro steht noch aus. Sie soll nach den Worten der Zentralbanksprecherin Ende Juni festgelegt werden. Das zweitgrößte Institut, die Laiki Bank, wird zerschlagen, alle Spareinlagen über 100.000 Euro gehen an eine sogenannte Bad Bank und gelten damit für die Sparer praktisch als verloren.

Die Kunden des Branchenführers Bank of Cyprus haben bereits 37,5 Prozent der Guthaben verloren. Weitere 22,5 Prozent der Ersparnisse über 100.000 Euro bleiben eingefroren, bis der Sanierungsbedarf der Bank of Cyprus endgültig geklärt ist. Insgesamt könnten die Sparer bis zu 60 Prozent verlieren. Genau das versuche die Regierung durch die Belastung auch der Privatschulen und humanitären Organisationen abzuschwächen, hieß es seitens der Zentralbank.

cte/dpa
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