Arbeitslosenhilfe in den USA Erstanträge weiter auf historisch hohem Niveau

1,4 Millionen Menschen haben in den USA vergangene Woche einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt. Der Woche war ein schmerzhafter Anstieg der Zahlen vorausgegangen.
Arbeitsamt in New York

Arbeitsamt in New York

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John Minchillo/ DPA

Infolge der Coronakrise haben in den USA erneut rund 1,4 Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt. Im Vergleich zur Vorwoche ist es nur ein kleines Plus von rund 12.000 Anträgen. Doch die anhaltend hohen Zahlen zeigen die weiter angespannte Lage auf dem US-Arbeitsmarkt.

Die Werte belegen, dass sich die größte Volkswirtschaft der Welt trotz Lockerungen der Corona-Auflagen immer noch in einer schweren Krise befindet. Die dramatische Zunahme der Neuinfektionen seit Ende Juni hat in vielen Bundesstaaten erneut zu Einschränkungen des Wirtschaftslebens geführt.

Vor Beginn der Coronavirus-Pandemie war die Zahl der wöchentlichen Neuanträge selten über 100.000 gestiegen, schnellte im Frühjahr aber teilweise auf mehr als fünf Millionen in einer Woche hoch. Nach zwischenzeitlicher Beruhigung hatten sich vergangene Woche wieder mehr Menschen in den USA jobsuchend gemeldet.

Streit um Hilfspaket bedroht Zahlungen

Die hohe Zahl ist auch deswegen von Bedeutung, weil die zusätzliche Arbeitslosenhilfe des Bundes in Höhe von 600 Dollar pro Woche aus einem Corona-Hilfspaket vom März diese Woche ausläuft. Millionen Amerikanern steht daher ein enormer Einkommensverlust bevor. Bislang haben sich die beiden Parteien im Kongress nicht auf eine Fortsetzung im Rahmen eines neuen Hilfspakets einigen können.

Experten rechnen für 2020 mit einer schweren Rezession, im zweiten Quartal ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf das Jahr hochgerechnet um 32,9 Prozent zurück. Das ist der stärkste Einbruch seit Beginn der Statistik im Jahr 1947. Die Fachleute befürchten, dass die Arbeitslosenquote auch Ende des Jahres noch bei knapp 10 Prozent liegen könnte. Zuletzt war die Arbeitslosenquote von 13,3 Prozent im Mai auf 11,1 Prozent im Juni gesunken. Die Daten für Juli werden Ende kommender Woche bekannt gegeben.

Vor der Zuspitzung der Pandemie in den USA im März hatte die Arbeitslosenquote noch bei 3,5 Prozent gelegen, dem niedrigsten Wert seit Jahrzehnten. Die Pandemie brachte das öffentliche Leben dann weitgehend zum Erliegen, viele Geschäfte, Restaurants, Bars und Fabriken wurden im ganzen Land zeitweise geschlossen.

apr/dpa
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