Rekordtemperaturen Bau-Gewerkschaft fordert bei Hitze »Siesta«

In Südeuropa sind verlängerte Mittagspausen seit Langem üblich. Angesichts der aktuellen Wetterlage fordert die IG Bau sie nun auch hierzulande. Die Reaktion der Arbeitgeber kam umgehend.
Erste Hilfe: Ein Kasten mit Wasserflaschen wartet auf Bremer Bauarbeiter, die an Straßenbahngleisen arbeiten

Erste Hilfe: Ein Kasten mit Wasserflaschen wartet auf Bremer Bauarbeiter, die an Straßenbahngleisen arbeiten

Foto: Sina Schuldt / dpa

Vor dem Hintergrund der aktuellen Hitzewelle hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) mehr Schutz für die Beschäftigten auf Baustellen gefordert und eine verlängerte Mittagspause ins Spiel gebracht. »Wir sollten über eine deutlich längere Mittagspause nachdenken, in Spanien wird dies Siesta genannt«, sagte Gewerkschaftsvorstand Carsten Burckhardt. Dabei könnten verschiedene Modelle diskutiert werden – etwa, dass ausgefallene Zeiten an anderen Tagen nachgeholt würden.

Es sei unverantwortlich, nichts zu tun, betonte Burckhardt. »Wir sollten solch eine Hitze-Siesta versuchen, und wenn es nur ein erster Testlauf ist.« Er verwies auf bestehende Regelungen etwa für Dachdecker. Dort würden aufgrund von zu hohen Temperaturen ausgefallene Arbeitsstunden mit 75 Prozent des Stundenlohns vergütet.

Die Arbeitgeberseite wies den Vorschlag umgehend zurück. Es gebe zahlreiche Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten, teilte der Geschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Heribert Jöris, mit. Dazu gehörten etwa die Verlängerung von Pausenzeiten, die Verlegung von Arbeiten in kühlere Tagesrandstunden, Unterstellmöglichkeiten oder beschattete Baustellen.

dab/dpa
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