Hoffnung für die Weltwirtschaft Chinas Aufschwung kehrt zurück

Der Wachstumstreiber der Weltwirtschaft macht Hoffnung: Chinas Wirtschaft legte im dritten Quartal wieder um 7,8 Prozent zu. Europa und die USA hoffen darauf, mitgezogen zu werden - allerdings ist der Aufschwung brüchig.

Bauarbeiter im Bankenviertel von Shanghai: Wachstumsschub im dritten Quartal
REUTERS

Bauarbeiter im Bankenviertel von Shanghai: Wachstumsschub im dritten Quartal


Peking - Die Hoffnung der Weltwirtschaft liegt auf dem bisherigen Wachstumstreiber China: Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt legte nach sechs langsameren Monaten im dritten Quartal 2013 wieder um 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, berichtete das Statistikamt in Peking. Im zweiten Quartal hatte das Wachstum noch bei 7,5 Prozent gelegen.

Die krisengeplagten Europäer und Amerikaner hoffen auf China als Impulsgeber für die Weltwirtschaft. Seit Jahresanfang konnte Chinas Wirtschaft um 7,7 Prozent zulegen und liegt damit etwas über dem Wachstumsziel der Regierung von 7,5 Prozent. Doch wurde das Ziel immer schon sehr vorsichtig gesetzt und sonst meist um ein oder zwei Prozent deutlich übertroffen. Von solchen Zahlen können die EU-Länder oder die USA nur träumen, für ein Schwellenland wie China sind sie aber nicht besonders hoch. Zudem zeigen die Daten des Statistikamts, dass sich das Wachstum im September bereits wieder verlangsamt hat - die Tendenz könnte sich im vierten Quartal fortsetzen.

Noch steht Chinas Wirtschaft vor grundlegenden Reformen, sagt Professor Sun Lijian von der Fudan-Universität in Shanghai. Schattenbanken und die gewaltigen Schuldenberge der Kommunen und Provinzen seien drängende Probleme. "Die Welt kann sich nicht nur auf China stützen", sagte der Wirtschaftswissenschaftler der Nachrichtenagentur dpa. Nur Europa, die USA, China und Japan zusammen könnten die Weltwirtschaft treiben. "Wenn ein Land ein Problem hat, haben alle ein Problem."

Ministerpräsident Li Keqiang hatte diese Woche betont, die Wirtschaft sei auf dem richtigen Weg, das Jahresziel werde erreicht. Die Regierung werde Strukturreformen weiter vorantreiben, um Chinas Wirtschaft auf den Pfad für ein langfristig ausgewogenes Wachstum zu bringen, zitierte ihn die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Allerdings ist noch unklar, ob Chinas Wirtschaft auch im vierten Quartal weiter so stark zulegen kann. Im September waren die Exportzahlen überraschend stark zurückgegangen. Die geringe Nachfrage nach Produkten "made in China" könnte auf Probleme der Industrie hindeuten. Andere Wirtschaftszahlen für September waren jedoch auf dem Niveau der Analystenerwartungen: Die Industrieproduktion legte um gut zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Zudem verzeichnete das Statistikamt ein Plus von 13,3 Prozent bei den Einzelhandelsumsätzen.

Für den Aufschwung im dritten Quartal scheint zum Teil ein kleines Konjunkturpaket der Zentralregierung verantwortlich. Peking hatte zuletzt mit Eisenbahn- und anderen Bauprojekten wieder mehr Geld in die Wirtschaft gepumpt. Die Bank of America sprach von einem Mini-Stimuluspaket. Im vergangenen Jahr war das Jahreswachstum auf 7,7 Prozent gefallen - den niedrigsten Stand seit 1999.

nck/dpa

insgesamt 78 Beiträge
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freiheitstehauf 18.10.2013
1. Ich weiss auch wahrscheinlich warum
Ich denke, deren Postgebühren für einzelne Exporte sind einfach niedriger.
ein-dummer-junge 18.10.2013
2. Made in China
wer will schon billigen Schrott haben. Immer mehr Menschen begreifen das Made in China meist nicht lange hält.
metbaer 18.10.2013
3. ?
Letzte Woche wurde noch groß Panik gemacht, dass in China das Wachstum abnehme und wir alle das noch spüren würden, da dies die gesamte Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen werde... Diese Meldungen sind so unstetig, erinnert etwas an den Windows Download Manager: "Der Download dauert 3 Minuten - nein, 5 Stunden. 2 Stunden, 17 Minuten. Jetzt noch 39 Sekunden. Ne, 8 Tage."
zeitmax 18.10.2013
4. Und Marc Faber warnt...
erneut vor einem großen Crash binnen Jahresfrist. Mr. Doom" erklärt auch das offizielle Wachstum Chinas von über 7% für manipuliert und sieht nur um die 4%. Er hält für seine Investoren 25% in Gold plus hohem Bargeldbestand.
maximus100 18.10.2013
5. Na siehste de
Zitat von sysopREUTERSDer Wachstumstreiber der Weltwirtschaft macht Hoffnung: Chinas Wirtschaft legte im dritten Quartal wieder um 7,8 Prozent zu. Europa und die USA hoffen darauf, mitgezogen zu werden - allerdings ist der Aufschwung brüchig. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/hoffnung-fuer-weltwirtschaft-chinas-aufschwung-kehrt-zurueck-a-928532.html
Wachstum ist doch unendlich.Dann können ja alle wieder Gas geben,muss nur noch Geld gedruckt werden.
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