Absatzkrise in Frankreich Hollande verspricht Hilfe für Autobauer

Frankreichs Präsident François Hollande will die angeschlagene Autoindustrie in seinem Land ankurbeln. In einer TV-Ansprache verriet er erste Einzelheiten seines Plans - und übte gleichzeitig Kritik am geplanten massiven Stellenabbau bei Peugeot.
Französischer Präsident Hollande: "Die Aktionäre waren zu hungrig"

Französischer Präsident Hollande: "Die Aktionäre waren zu hungrig"

Foto: KENZO TRIBOUILLARD/ AFP

Paris - "Die französische Autoindustrie ist führend in der Herstellung von Fahrzeugen mit umweltfreundlicher Technologie und Hybrid-Antrieben". Das sagte Frankreichs Präsident François Hollande am Samstag in seinem Fernsehinterview zum Nationalfeiertag. "Wir sollten sicherstellen, dass solche Fahrzeuge einen Startvorteil haben."

Hollande will den Fahrzeugherstellern deshalb Kredite zur Verfügung stellen und die Forschung vorantreiben. Zudem sollen staatliche Einrichtungen sowie Kommunen und Gemeinden die Autos verstärkt kaufen. Den genauen Plan soll Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault am 25. Juli vorlegen.

Von einer Abwrackprämie wie unter seinem Vorgänger Nicolas Sarkozy will Hollande dagegen absehen. Sie koste den Steuerzahler zu viel und sei zudem oft für den Kauf ausländischer Neuwagen eingesetzt worden.

Zugleich übte Hollande scharfe Kritik an den Plänen Peugeots, 8000 weitere Stellen zu streichen und ein Werk zu schließen. In dem Fernsehinterview nannte Hollande das Vorhaben als inakzeptabel. Der Konzern müsse den Sanierungsplan neu verhandeln, forderte der Staatschef. "Wir möchten mit Peugeot ins Gespräch kommen, damit es keine direkten Entlassungen gibt." Für alle betroffenen Mitarbeiter müssten neue Arbeitsplätze gefunden oder Sozialpläne aufgestellt werden.

Für Hollande besonders heikel ist Peugeots Plan, 2014 die Fabrik Aulnay aufzugeben. Dies wäre die erste Werkschließung der Branche in Frankreich seit 20 Jahren.

Hollande warf dem Konzern vor, eine falsche Unternehmensstrategie gewählt und schwierige Entscheidungen hinausgezögert zu haben. "Die Aktionäre waren zu hungrig nach Dividenden, obwohl Investitionen die oberste Priorität hätten haben müssen." Zuvor hatte Peugeot-Chef Philippe Varin gesagt, wegen der hohen Arbeitskosten sei eine Produktion in Frankreich nicht konkurrenzfähig.

cst/Reuters
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