Horror-Staatsverschuldung Japan-Premier warnt vor Krise wie in Griechenland

Es ist ein eindringlicher Appell: Der frischgewählte japanische Premier Kan hat sein Land vor einer dramatischen Schuldenkrise wie in Griechenland gewarnt. Deshalb will der Ex-Finanzminister den Bürgern jetzt ein drastisches Sparprogramm verordnen.

Tokio: Japan hat die höchste Staatsverschuldung aller Industriestaaten
dpa

Tokio: Japan hat die höchste Staatsverschuldung aller Industriestaaten


Tokio - Es war seine Antrittsrede, und er hat sie genutzt, um seinem Volk eine klare Botschaft zu vermitteln: Der neue japanische Ministerpräsident Nato Kan hat vor einer Schuldenkrise griechischen Ausmaßes gewarnt, wenn Japan nicht entschieden gegen die zunehmende Staatsverschuldung vorgeht. Kan sagte am Freitag, die zweitgrößte Wirtschaft der Welt könne nicht länger nur Anleihen herausgeben, um ihre Schulden abzuzahlen.

"Wie wir es an den Irritationen in der Euro-Zone sehen können, die von Griechenland ausgegangen sind, gibt es ein Ausfallrisiko, wenn die wachsenden Staatsdefizite missachtet werden und das Vertrauen am Anleihenmarkt verloren geht", sagte der 63-Jährige.

Seine Regierung müsse mit drastischen Maßnahmen die fiskalische Gesundheit wiederherstellen, darunter eine Steuerreform und Ausgabenkürzungen, so der frühere Finanzminister. Im Kampf gegen die Deflation setzt Kan weiter auf eine Zusammenarbeit mit der Notenbank. Dem Preisverfall ein Ende zu setzen, sei eine dringliche Angelegenheit.

Die Schulden des asiatischen Landes sind etwa doppelt so hoch wie die Wirtschaftsleistung. Damit hat Japan von allen Industrienationen die höchste öffentliche Verschuldung. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds erreichte sie im vergangenen Jahr 218,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Zum Vergleich: In Griechenland waren es 115 Prozent.

böl/apn/Reuters



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