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09. Februar 2015, 09:13 Uhr

Datenleck bei HSBC

Ermittler trieben eine Milliarde Euro Steuern und Strafen ein

Ein Datenleck bei der Großbank HSBC hat weitreichende Folgen: Neuesten Berichten zufolge kamen Ermittler zahlreichen Steuerhinterziehern auf die Schliche - und trieben mehr als eine Milliarde Euro an Nachzahlungen und Strafgeldern ein.

Hamburg - Es war der spektakulärste Bankdatenraub der vergangenen Jahre: 2008 verschwand ein Mann namens Hervé Falciani mit Daten von 130.000 Kunden der Großbank HSBC. Mithilfe dieser Informationen konnten Hunderte Steuerbetrüger enttarnt und verhaftet werden.

Nun zeigt eine erste Bilanz, wie groß der Effekt der Enthüllungen war. Mehr als eine Milliarde Euro an Nachzahlungen und Strafgeldern hätten Ermittler aus Deutschland und elf anderen Ländern inzwischen eingetrieben, berichten "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR nach Auswertung Tausender vertraulicher Dokumente.

In den Daten sind den neuen Berichten zufolge Konten von mehr als 100.000 Personen aus mehr als 200 Ländern und Territorien zu finden, mit Einlagen von insgesamt mehr als 75 Milliarden Euro im Jahr 2007, darunter Schwarzgeld in Milliardenhöhe. Einige der Konten gehören demnach Verwandten und Regierungsmitgliedern von Autokraten wie Ägyptens Ex-Herrscher Hosni Mubarak und Syriens Präsident Baschar al-Assad.

Konkret ist die Schweizer Tochtergesellschaft HSBC Private Bank von dem Leck betroffen. Die Bank räumte gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" ein "Kontrollversagen in der Vergangenheit" ein. Die Schweizer HSBC habe "zu viele Hochrisiko-Konten" geführt. Mittlerweile habe man sich von allen "steuerlich problematischen" Kunden getrennt.

Die britische Großbank hatte sich schon vor drei Jahren für 1,9 Milliarden Dollar vom Vorwurf der Geldwäsche und Terrorfinanzierung freigekauft. Falciani ließ sich 2012 in Spanien verhaften, weil er glaubte, im Gefängnis sicherer zu sein. Nachdem ein spanisches Gericht die Auslieferung des Italo-Franzosen an die Schweiz verweigerte, kehrte er 2013 nach Frankreich zurück. Dort lebt er derzeit unter Polizeischutz an einem unbekannten Ort.

ssu/dpa-AFX

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