HSH Nordbank Kieler Ministerium weist Kritik an Beratern aus Sachsen zurück

"Feuerwehrleute" und nicht "Brandstifter" habe man geholt - das Kieler Finanzministerium hat die Kritik am Engagement ehemaliger SachsenLB-Banker bei der HSH Nordbank verteidigt. Die Berater seien für die Landesbank-Pleite in Sachsen nicht verantwortlich.

HSH Nordbank: Von "Zockern" beraten?
ddp

HSH Nordbank: Von "Zockern" beraten?


Hamburg - "Falsch, böswillig und infam" seien die Vorwürfe - mit scharfen Worten hat das schleswig-holsteinische Finanzministerium Kritik an der Beschäftigung ehemaliger Mitarbeiter der pleitegegangenen SachsenLB bei der HSH Nordbank zurückgewiesen. Die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein ließen sich in der Krise der eigenen Landesbank nicht von "Pleitebankern" oder "Zockern" beraten. "Weder die Gesellschafter noch die Mitarbeiter oder die Firma SAM sind für die Krise bei der Sachsen LB verantwortlich gewesen", sagte ein Ministeriumssprecher am Dienstag in Kiel.

Am Montag war bekannt geworden, dass die von früheren SachsenLB-Mitarbeitern um Wolf-Dieter Ihle gegründete Sachsen-Asset-Management GmbH (SAM) für die Anstalt HSH Finanzfonds tätig ist. Die Anstalt verwaltet die HSH-Aktien, die die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein im Zuge der Landesbank-Rettung erworben hatten. Die SAM-Mitarbeiter übernehmen dort Controlling-Aufgaben. Außerdem beriet die SAM bei der Aushandlung des Garantievertrags über zehn Milliarden Euro für die gemeinsame Landesbank.

Die Nachricht, dass Ex-SachsenLB-Mitarbeiter nun für die Landesbank der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein tätig sind, hatte scharfe Kritik bei Oppositionspolitikern hervorgerufen. Der Fraktionschef der Hamburger SPD, Michael Neumann, sprach von einem "Stück aus dem Tollhaus". Neumann sagte: "Da wurde der Bock zum Gärtner gemacht. Ausgerechnet diejenigen, die schon eine Bank in den Abgrund gestürzt haben, sollen nun eine andere retten." Der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki sagte, ihn wundere im Fall HSH Nordbank nichts mehr. Der Vorgang mache ihn sprachlos.

Das Kieler Finanzministerium hält nun dagegen. SAM-Chef Ihle sei nach dem Notverkauf der Sachsen LB an die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) nach Sachsen entsandt worden, um dort die Interessen des neuen Eigentümers zu vertreten, sagte Borchers. Er sei also keineswegs der "Brandstifter aus Sachsen", sondern der "Feuerwehrmann aus Baden-Württemberg". Der Hamburger Linken-Politiker Joachim Bischoff hatte am Montag gesagt, nun würden "die früheren Brandstifter zu Feuerwehrleuten".

Über das SAM-Engagement sei der Beteiligungsausschuss bereits am 19. Mai unterrichtet worden, hieß es im Kieler Finanzministerium weiter. Zudem hätten die Berater eine Woche später im Finanzausschuss über den Garantievertrag informiert. Die HSH Nordbank hatte im vergangenen Jahr 2,7 Milliarden Euro Verlust gemacht. Im Frühjahr bewahrten die Hauptanteilseigner Hamburg und Schleswig-Holstein die Bank mit drei Milliarden Euro frischem Kapital und Garantien in Milliardenhöhe vor der Schließung.

tko/ddp



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