Bericht über Spionage und Druck auf Mitarbeiter Huawei erhebt Vorwürfe gegen US-Regierung

Die US-Regierung hat Huawei wegen Sicherheitsbedenken im Visier. Nun erhebt der chinesische Konzern schwere Vorwürfe und wirft US-Behörden "skrupellose Methoden" vor.
Huawei-Logo in einem Laden in Peking: Harte Auseinandersetzung mit den USA

Huawei-Logo in einem Laden in Peking: Harte Auseinandersetzung mit den USA

Foto: FRED DUFOUR /AFP

Der Streit zwischen den USA und Huawei spitzt sich weiter zu. Nun hat der chinesische Telekommunikationskonzern schwere Vorwürfe gegen die US-Regierung erhoben. Nachrichtenagenturen berichten über Spionagevorwürfe und sogar über angebliche Drohungen gegen Mitarbeiter.

So hat die Nachrichtenagentur Reuters nach eigenen Angaben Einblick in ein Dokument von Huawei bekommen, aus dem hervorgehen soll, dass die US-Regierung Mitarbeiter des chinesischen Telekom-Ausrüsters zum Sammeln und zum Verrat von Werksgeheimnissen ermuntert hat. Die amerikanische Regierung soll ihre gerichtlichen und administrativen Befugnisse sowie andere Mittel eingesetzt haben, um die Geschäfte von Huawei und Partnern zu untergraben, teilte Huawei demnach mit.

Unter anderem sollen die US-Strafverfolgungsbehörden versucht haben, sowohl aktuelle als auch ehemalige Huawei-Mitarbeiter zu ermuntern, sich gegen das Unternehmen zu wenden. Laut einem Huawei-Dokument, auf das sich Reuters beruft, sind acht Mitarbeiter, darunter mehrere US-Bürger, von den Vorfällen betroffen gewesen. Sie sollen alle mittlere bis hohe Führungskräfte sein.

Der jüngste Vorfall soll sich am 28. August ereignet haben, als ein Mitarbeiter des US-Büros von Huawei das Unternehmen über einen Besuch der Bundespolizei FBI informierte. Demnach wurde die Person gebeten, ein Informant zu werden.

Huawei berichtet auch über Cyberangriffe

Seit Anfang dieses Jahres seien mindestens drei US-Mitarbeiter von den US-Strafverfolgungsbehörden kontaktiert worden, heiß es in dem Huawei-Papier. Huawei lieferte keine Beweise für seine Anschuldigungen und sagte, dass die Mitarbeiter Anwerbeversuche gemeldet hätten.

Ein Sprecher des US-Justizministeriums sagte, man äußere sich nicht zu konkreten Untersuchungen. Aber grundsätzlich stünden die Untersuchungsmethoden des Ministeriums im Einklang mit den Gesetzen.

Die Nachrichtenagentur dpa schreibt, Huawei behaupte auch, die Justizbehörden seien von der Regierung angewiesen worden, Huawei-Mitarbeiter mit Drohungen und Nötigungen zur Kooperation gegen den Konzern zu bewegen.

So werfe der chinesische Konzern den USA unter anderem unrechtmäßige Durchsuchungen, Festsetzungen und Verhaftungen von Angestellten und Partnern vor. Auch Cyberangriffe zur Infiltrierung von IT-Systemen soll es angeblich gegeben haben. Darüber hinaus behauptet Huawei, FBI-Agenten hätten Mitarbeiter bei Hausbesuchen unter Druck gesetzt, um an Informationen zu gelangen.

"Skrupellose Methoden"

Die US-Regierung habe in den vergangenen Monaten "jedes zur Verfügung stehende" Mittel genutzt, um den normalen Geschäftsbetrieb zu stören, heißt es laut dpa in einer Stellungnahme von Huawei. Dabei sei Washington auch vor "skrupellosen Methoden" nicht zurückgeschreckt.

Ein Sprecher des Justizministeriums in Washington sagte, alle Parteien, die im Fokus von Ermittlungen stünden, würden in den USA die gleichen verfassungsmäßigen Rechte genießen.

Das US-Justizministerium beschuldigt Huawei, gegen Iransanktionen verstoßen zu haben. Auch Präsident Donald Trump geht im Handelsstreit mit China gegen den Netzwerkausrüster vor. Er fürchtet nach eigenen Angaben, dass Huawei-Technik der chinesischen Regierung zur Spionage dienen könnte. Ende August sind dem "Wall Street Journal" zufolge in den USA neue Ermittlungen wegen des Verdachts auf Technologiediebstahl gegen Huawei eingeleitet worden. Der Konzern wies alle Vorwürfe zurück.

Die US-Regierung hatte Huawei im Mai auf eine Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen in den USA strengen Kontrollen unterliegen.

mmq/Reuters/dpa
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