Verbindungen zur Kommunistischen Partei US-Außenminister bezichtigt Huawei-Chef der Lüge

Die gegenseitigen Beschuldigungen im Streit über den Telekomausrüster Huawei gewinnen an Schärfe. US-Außenminister Pompeo wirft dem Firmenchef vor, zu lügen. Peking spricht von "wirtschaftlicher Schikane".

Immer mehr Unternehmen stellen ihre Zusammenarbeit mit Huawei ein.
REUTERS

Immer mehr Unternehmen stellen ihre Zusammenarbeit mit Huawei ein.


US-Außenminister Mike Pompeo hat Huawei-Chef Ren Zhengfei vorgeworfen, über die Verbindungen des Konzerns zur chinesischen Regierung zu lügen. "Das Unternehmen ist nicht nur eng mit China, sondern auch mit der chinesischen Kommunistischen Partei verbunden", sagte er dem Sender CNBC.

"Die Existenz dieser Verbindungen gefährdet amerikanische Informationen, die über diese Netze übermittelt werden." Gegenteilige Äußerungen des Huawei-Chefs wies Pompeo zurück. "Das ist einfach falsch", sagte er. Er sei "nach dem Gesetz verpflichtet", mit der chinesischen Regierung zusammenzuarbeiten. Pompeo gehe daher davon aus, dass weitere Firmen die Kooperation mit Huawei einstellen würden.

Wegen der US-Sanktionen gegen den Telekomausrüster Huawei hat die chinesische Regierung offiziell Beschwerde bei den USA eingelegt. Der Sprecher des Handelsministeriums in Peking sprach von "wirtschaftlicher Schikane". Die beste Antwort der chinesischen Firmen darauf sei es, "weiter zu wachsen".

Huawei-Manager warnt vor "gefährlichem Präzedenzfall"

Huawei sieht die US-Sanktionen als "gefährlichen Präzedenzfall". Das stehe im Widerspruch zu den Werten der internationalen Geschäftswelt, sagte der stellvertretende Vorsitzende von Huawei, Hu Houkun, in Potsdam bei einer Konferenz des Hasso-Plattner-Instituts (HPI).

"Die US-Regierung erlegt Huawei sehr unfaire Einschränkungen auf, auf der Grundlage unbegründeter Anschuldigungen", sagte Hu. Sein Unternehmen habe darauf reagieren können. "Aber wer weiß, was als nächstes kommt, wenn sich dieses Verhalten so fortsetzt?" Heute gehe es gegen Huawei, "morgen könnten es Ihre Branche, Ihr Unternehmen und Ihre Verbraucher sein."

Hu lobte, dass Deutschland und andere europäische Staaten den USA nicht folgten. Statt Gefühlsentscheidungen brauche es klare Sicherheitsstandards und unabhängige Überprüfungen für Unternehmen.

Auch Panasonic schränkt Zusammenarbeit ein

Die US-Regierung hatte Huawei samt seiner Tochterfirmen vergangene Woche auf eine schwarze Liste gesetzt. US-Präsident Donald Trump begründete die Schritte mit Sicherheitsbedenken gegen Technik aus China. Wer US-Technik an Huawei verkaufen oder transferieren will, muss eine Lizenz erwerben. Diese kann verweigert werden, wenn Sicherheitsinteressen berührt sind.

Trump hat zudem Unternehmen seines Landes per Dekret die Nutzung von Telekommunikationstechnik untersagt, die als Sicherheitsrisiko eingestuft wird. Als Hauptziel gilt auch hier Huawei. Da die Vorwürfe bislang nicht konkret belegt wurden, sehen viele Experten die Sanktionen im Kontext des Handelskonfliktes zwischen den USA und China. Huawei hat die US-Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Zahlreiche Firmen haben deshalb ihre Zusammenarbeit mit Huawei eingeschränkt. So entschied der Elektronikkonzern Panasonic, die Lieferung einiger Komponenten an Huawei auszusetzen. Man müsse einzelne Geschäfte mit Huawei und seinen 68 angeschlossenen Firmen, die von den Sanktionen der US-Regierung betroffen sind, suspendieren, teilte der Konzern in einer kurzen Stellungnahme mit.

Geprüft werde, welche Produkte im Einzelnen unter die US-Sanktionen fallen könnten. Im vergangenen Jahr hatte Huawei Komponenten im Wert von etwa sechs Milliarden Dollar von dem japanischen Unternehmen erhalten.

Auch andere japanische Mobilfunkbetreiber stellen den Verkauf neuer Huawei-Geräte vorläufig ein oder wollen keine neuen Aufträge mehr annehmen - aus Sorge, dass Google Dienste wie Android für den chinesischen Konzern nicht mehr zur Verfügung stellen könnte.

Auch der britische Chipdesigner ARM, der zum japanischen Konzern Softbank gehört, hat einem Bericht der BBC zufolge die Geschäftsbeziehungen zu Huawei auf Eis gelegt. Ohne eine Lizenz der Briten darf Huawei keine Prozessoren auf ARM-Basis entwickeln. Huaweis eigene Kirin-Prozessoren für Mobiltelefone basieren auf der ARM-Architektur.

brt/dpa/AFP

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Marvin__ 23.05.2019
1. Was sagen eigentlich Herr Weber und Frau Barley?
Wenn die US-Regierung mit ihrem "gefährlichen Präzedenzfall" durch kommt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis europäische Unternehmen Ziele von US-Attacken werden, um amerikafreundliche Konditionen in Handelsabkommen zu erpressen. Erste Kandidaten dürften Unternehmen sein, die die neue Gaspipeline unterstützen, unter anderem Wintershall und Uniper. Da wüßte man schon gerne, wie unsere zukünftigen Kommissionspräsidenten da reagieren wollen.
hileute 23.05.2019
2. Solange Deutschland
jetzt nicht vor Onkel Donald den Schwanz einzieht ist alles okay, aber man sollte Huawei beim 5g Ausbau helfen lassen, sonst endet das in einer erneuten digitalen Blamage. Facebook,Huawei,Amazon wer uns jetzt ausspioniert macht doch keinen nennenswerten Unterschied
cuisinier81 23.05.2019
3. Gefährlicher Präzedenzfall...
Na, dann können BMW und schonmal schauen wie es bald sein wird!!! "Entweder kompletter Technologietransfer und die gesamte Produktion in die USA, gratis Autos für jeden US Bürger selbstverständlich auch, oder es gibt eben Sanktionen!!! Wobei man sich echt mal an den Kopf fassen muss. Warum kriechen diese ganzen Firmen so, vor den Idioten ? Wäre doch lustiger, das ganze US Geschäft auszusetzen und die Produktion zu Verlegern, als auf irgendwelche Sanktionen zu reagieren... Sofern genug grosse Konzerne mitmachen, ist der amerikanische Markt tot!!! Naja, wohl eher Trump, weil die Bürger Amok laufen, nur diesmal zurecht... Keine modernen Handys mehr... Brauchen die ja eh net, haben in Zukunft eh nur GSM... Keine europäischen Autos... Brauchen die ja net, weil die vielen Arbeitslosen es sich eh net leisten können... Und Europa... Ich denke, man kommt auch mal 2 - 4Jahre ohne Johnnie Walker, Jack Daniel's, Lewis oder Harleys aus... Und wenn, die Firmen würden eh ausserhalb der Staaten produzieren...
BUKL 23.05.2019
4. Digital von den USA abhängig?
Deises Beispiel zeigt, wie abhängig Europa und speziell Deutschland, für das die Digitalisierung Neuland ist, von den USA ist. Google, Microsoft, Amazon & Co. könnten uns so eben mal den "Saft" abdrehen und schon herrscht Notstand. Man braucht nur mal dieses Szenario gandanklich durchzuspielen. Mir wird dabei schlecht. Das gleiche gilt natürlich, wenn auch im geringeren Maße für China. Wir bauen z.B. Autos von gestern und dann wissen wir ohne Smartphone und Navi nicht mehr wohin. Anrufen geht ja auch dann schlecht und wer hat noch eine Karte und kann die lesen? Europa will so stark sein, eine Wirtschaftsmacht. Tatsächlich sieht es anders aus und das wissen die Amerikaner auch. Europa ist ein Papiertiger, oder?
Klas.w 23.05.2019
5. Das ist der Anfang vom Ende
des Google-Android. In nicht allzu ferner Zukunft wird ein Chindroid Googles Marktmacht erreichen. In Fernost wird man sich jetzt beeilen, was entsprechendes auf die Beine zu stellen. Dann sind es eben chinesische Behörden und Internetkonzerne die mich ausspionieren statt den US-amerikanischen.
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