Schlechte Stimmung Ifo-Index fällt überraschend stark

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft trübt sich ein. Das wichtigste Konjunkturbarometer, der Ifo-Index, ist im Juni zum zweiten Mal in Folge gesunken - und zwar deutlich stärker als erwartet.
Arbeiter in Industriewerk: Die Aussichten verschlechtern sich

Arbeiter in Industriewerk: Die Aussichten verschlechtern sich

Foto: Marius Becker/ dpa

Die Griechenlandkrise und die steigenden Zinsen schlagen den Managern in Deutschland offenbar auf das Gemüt. Der Geschäftsklima-Index des Münchener Ifo-Instituts ist im Juni von 108,5 auf 107,4 Punkte gesunken, wie das Institut am Mittwoch mitteilte. Es ist der zweite Rückgang in Folge. Er fiel deutlicher aus, als zuvor von Experten erwartet. Sie hatten im Schnitt 108,1 Punkten gerechnet.

Der Ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator für die deutsche Wirtschaft. Er wird monatlich aus der Befragung von rund 7000 Unternehmen aus Industrie, Einzel- und Großhandel sowie aus der Bauwirtschaft ermittelt und bildet sowohl die aktuelle Lage der Firmen als auch deren Erwartungen für die kommenden sechs Monate ab. Beide Komponenten waren im Juni rückläufig. Die Führungskräfte beurteilten also sowohl ihre Lage als auch ihre Geschäftsaussichten schlechter als im Vormonat.

Experten führen den erneuten Rückgang vor allem auf die Krise in Griechenland zurück. Sie führe zu Verunsicherung innerhalb des deutschen Unternehmerlagers, schreiben die Analysten der VP Bank. "Darüber hinaus dürfte auch der deutliche Anstieg der Langfristzinsen etwas auf die Stimmung gedrückt haben."

stk/Reuters/dpa
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