Deutsche Wirtschaft Ifo-Institut erwartet stärkeres Wachstum in diesem Jahr

Das Münchner Ifo-Institut blickt mit größerem Optimismus auf die deutsche Konjunktur. Es hob seine Wachstumsprognose für 2016 nach dem guten ersten Quartal auf 1,8 Prozent an.

Container im Hamburger Hafen (Archivfoto)
DPA

Container im Hamburger Hafen (Archivfoto)


Die deutsche Wirtschaft wächst aus Sicht des Ifo-Instituts stärker als noch vor wenigen Monaten erwartet. Die Ökonomen erhöhten ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr am Donnerstag von 1,6 auf 1,8 Prozent. "Der seit 2014 anhaltende moderate Aufschwung der deutschen Wirtschaft geht in die zweite Halbzeit", sagte Konjunkturforscher Timo Wollmershäuser in Berlin. "Eine Verlängerung ist möglich." Die Arbeitslosenquote werde von 6,4 Prozent in 2015 auf durchschnittlich 6,1 Prozent in diesem Jahr sinken.

2017 dürfte das Bruttoinlandsprodukt um 1,6 Prozent wachsen, sagte Wollmershäuser. Dann würden auch die Verbraucherpreise wieder spürbar zulegen. Nach von 0,5 Prozent in diesem Jahr werde die Teuerungsrate im nächsten Jahr 1,5 Prozent erreichen. Die Arbeitslosigkeit sinke 2017 nicht weiter, sondern bleibe stabil. "Das ist eine Auswirkung der Flüchtlinge, die nach und nach auf den Arbeitsmarkt gelangen."

Ein möglicher EU-Austritt Großbritanniens ist aus Sicht des Ifo-Instituts das größte Risiko für das Wachstum in Deutschland. Deutschland habe bei einem Austritt Großbritanniens aus der EU sehr wenig zu gewinnen und unheimlich viel zu verlieren, sagte Ifo-Chef Clemens Fuest. "Für Deutschland erwarten wir, dass es schlimmstenfalls zu einem langfristigen Wachstumsverlust von drei Prozent kommt", sagte Fuest. Neben höheren Kosten im grenzüberschreitenden Handel drohten beispielsweise ein Abnehmen des Wettbewerbs und geringere grenzüberschreitende Investitionen.

Auch das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) rechnet mit einem robusten Aufschwung. Die Ökonomen erwarten für das laufende Jahr ein Wachstum von 1,9 Prozent. 2017 solle die deutsche Wirtschaft dann sogar um 2,1 Prozent wachsen. Schneller war Europas größte Volkswirtschaft zuletzt 2011 mit 3,7 Prozent gewachsen.

asa/dpa/Reuters



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
Tajee 16.06.2016
1. Gibts kein neueres Foto?
Ich glaube nicht, dass es Herrn Fuest gefällt, dass er noch vor dem ZEW gezeigt wird...
INGXXL 16.06.2016
2. Also die Steigerung
des Wachstums von 1,6 auf 1,8% ist doch nicht der Rede wert. Ifo will nur mal wieder in die Presse
auweia 16.06.2016
3. Concur
Zitat von TajeeIch glaube nicht, dass es Herrn Fuest gefällt, dass er noch vor dem ZEW gezeigt wird...
Hatte ich auch schon moniert, kam aber nicht durch...
Olberich Gesand 16.06.2016
4. Uuuih, Uuuih, Uuuih, so ville?
1,8 % Wirtschaftswachstum galt in den den 70-er Jahren in Deutschland als Rezession :-) Wie 8,1 % 2011 in China in den deutschen Medien. Mageres Wirtschaftswachstum hat einen Grund: Dummheit. 2 % wird normalerweise alleine durch die besser Beherrschung von Prozessen erzielt. Aber weil sich hier die Journalisten wieder einmal an albernen Zahlen von Scharlatanen berauschen wollen, gilt das Wort: "Gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens".
thequickeningishappening 16.06.2016
5. Eine Prognose, die mich interessiert
Kaufkraftentwicklung?
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