Probleme der Gewerkschaften IG Metall verliert erneut Mitglieder

Die Gewerkschaften tun sich seit Jahren schwer damit, Nachwuchs zu finden. Die mächtige IG Metall beklagt nun zum zweiten Mal in Folge ein Minus bei ihren Mitgliedern.
IG-Metall-Flagge in Hamburg: Mitgliederschwund

IG-Metall-Flagge in Hamburg: Mitgliederschwund

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Die Gewerkschaft IG Metall hat im vergangenen Jahr zum zweiten Mal in Folge einen Rückgang ihrer Mitgliederzahl verzeichnet. Ende 2021 hatte die IG Metall noch rund 2,17 Millionen Mitglieder, im Vorjahresvergleich entsprach dies einem Minus von 2,1 Prozent, sagte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann. Schon lange leidet die Gewerkschaft darunter, dass sie schwer Nachwuchs findet. Die Suche wird nun durch die Coronapandemie zusätzlich erschwert.

Die Ansprache der Belegschaften in den Betrieben sei schwieriger geworden, sagte Hofmann, hinzu käme ein teilweiser Beschäftigungsabbau. Demnach wurden im vergangenen Jahr in der Metall- und Elektroindustrie knapp 2,4 Prozent der Stellen gestrichen. Bereits im Vorjahr hatte die Gewerkschaft knapp 50.000 Mitglieder verloren.

Warnung vor »Abbauen, Schließen, Verlagern«

Angesichts der anstehenden Transformation in der Industrie hin zu mehr Klimaschutz forderte die Gewerkschaft von Unternehmen und Politik mehr Sicherheit und Mitbestimmungsrechte für Beschäftigte. »Wir brauchen dieses neue Sicherheitsversprechen, denn Transformation geht nur mit, nicht gegen die Beschäftigten«, sagte Hofmann. Er warnte außerdem vor einer »dunklen Triade aus Abbauen, Schließen, Verlagern«.

Hofmann begrüßte außerdem die Nominierung der SPD-Politikerin Yasmin Fahimi für den Vorsitz des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB). Fahimi sei »eine außerordentlich erfahrene, in den Belangen der Arbeitswelt sehr versierte und gut vernetzte Expertin«. Außerdem sei es ein wichtiger Schritt für den Dachverband der Gewerkschaften, dass bei der Wahl Fahimis erstmals eine Frau an der Spitze des DGB stehe.

Hofmann selbst scheidet im kommenden Jahr als Erster Vorsitzender der IG Metall aus dem Amt. »Ich werde ganz sicherlich mit dem Gewerkschaftstag 2023 ausscheiden«, sagte Hofmann. Über seine Nachfolge sei noch nicht entschieden.

rai/kig/afp

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