Schwarzarbeit 80 Prozent aller Haushaltshilfen arbeiten illegal

Steuerlichen Hilfen zum Trotz: Nur 20 Prozent der deutschen Privathaushalte melden ihre Putzhilfen an. Anreize steigern immerhin die Zahl der legal Beschäftigten.
Haushaltshilfe

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Foto: Corbis

Haushaltshilfen werden in Deutschland großteils noch immer illegal beschäftigt. Rund drei Millionen von ihnen arbeiten weiterhin schwarz. Das sind 80 Prozent, die trotz der verringerten Zahl von Formalien und steuerlicher Förderung nicht angemeldet sind, berichtet die "Rheinische Post" vorab aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

In den vergangenen Jahrzehnten sind verschiedene legale Beschäftigungsmöglichkeiten für Haushaltshilfen eingeführt worden. Dazu zählen anmeldepflichtige Minijobs, die für den Arbeitnehmer weitgehend abgaben- und steuerfrei sind - dafür ist er unfallversichert. Für Minijobs in Privathaushalten ermäßigt sich die Einkommensteuer zudem auf Antrag um 20 Prozent der Aufwendungen. Die steuerliche Absetzbarkeit von Ausgaben für Haushaltshilfen wurde überdies generell ausgeweitet.

Immerhin hatte dies einen Effekt: Die Zahl der illegal beschäftigten Haushaltshilfen sei laut der IW-Analyse in den vergangenen zehn Jahren um 600.000 bis 800.000 Personen gesunken. Die Zahl der Haushaltshilfen in Minijobs sei zwischen 2005 und 2015 um fast 200.000 auf heute 300.000 gestiegen.

Im vergangenen Jahr beschäftigten etwa neun Prozent aller Privathaushalten Putz- oder sonstige Hilfen. Das sogenannte Haushaltscheckverfahren, das die Anmeldung von Haushaltshilfen als Minijobber vereinfacht hat, sowie mehrere Online-Dienstleistungsunternehmen "tragen dazu bei, dass Haushaltshilfen zu einer legalen und sichereren Alternative der Beschäftigung wechseln", wird IW-Autor Dominik Enste zitiert. Allerdings liege der Hauptnachteil der Minijobs darin, "dass durch die Begrenzung auf 450 Euro keine Vollzeitbeschäftigung in diesem Bereich möglich ist".

kig/Reuters
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