Immobilien Bauboom in Deutschland hält an

Niedrige Zinsen, hohe Nachfrage: In Deutschland sind zwischen Januar und Juni so viele Baugenehmigungen erteilt worden wie seit 16 Jahren nicht mehr. Vor allem neue Wohnheime waren gefragt.

Neubaugebiet Niederberg in Neukirchen-Vluyn
DPA

Neubaugebiet Niederberg in Neukirchen-Vluyn


In den ersten sechs Monaten des Jahres haben die Behörden in Deutschland den Bau von 182.800 Wohnungen genehmigt. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamts 30,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum - und der höchste Stand seit 2000.

Am stärksten stiegen die Genehmigungen für Wohnungen in Wohnheimen: Hier verzeichneten die Statistiker ein Plus von 174,2 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015. Zu dieser Kategorie zählen auch Flüchtlingsunterkünfte.

Große Zuwächse gab es auch bei Mehrfamilienhäusern (plus 30,7 Prozent), Zweifamilienhäusern (plus 18,3 Prozent) und Einfamilienhäusern (plus 12 Prozent).

Beschleunigt wird der Bauboom von niedrigen Zinsen und der Unterbringung Hunderttausender Flüchtlinge. Trotz der hohen Zahl der Baugenehmigungen bleibt der Bedarf an neuen Wohnungen jedoch sehr hoch: Bundesregierung und Immobilienwirtschaft schätzen den jährlichen Neubaubedarf auf 350.000 bis 400.000 pro Jahr.

Im vergangenen Jahr wurde das Ziel mit 250.000 neuen Wohnungen verfehlt. Mieterbund und der GdW-Bundesverband der Wohnungsunternehmen fordern deshalb mehr öffentliche Gelder für den sozialen Wohnungsbau, attraktivere Förderbedingungen und die Überarbeitung gesetzlicher Vorgaben, die das Bauen einschränken.

brk/Reuters/dpa



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