Bauboom Wirtschaftsforscher warnen vor Risiken am Immobilienmarkt

Die Preise für Häuser und Wohnungen steigen. Das Institut der deutschen Wirtschaft benennt drei Gefahren in Teilbereichen des Marktes - eine Blase drohe jedoch nicht.
Wohnungsangebot (Archiv)

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Foto: Daniel Karmann/ dpa

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat vor Risiken für den Immobilienmarkt gewarnt. Zu den Gefahren zählen laut einer Studie zu viele Einfamilienhäuser auf dem Land, zu viele Studentenapartments in Großstädten. Dazu kämen zu optimistische Erwartungen von Immobilieninvestoren in Sachen Mietsteigerungen.

Die Gefahr einer Immobilienblase in Deutschland sehen IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer und seine Kollegen dagegen derzeit nicht. Es werde gerade weder zu viel gebaut, noch gebe es eine große Expansion der Immobilienkredite. "Die Chancen stehen gut, dass der Boom mit einer weichen Landung endet", heißt es in dem Papier.

Die Bundesbank dagegen hatte bereits im Mai vor einer Überhitzung am Immobilienmarkt gewarnt. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wiederum sieht die Sache gelassener: Nicht jede Preisübertreibung gefährde die gesamte Finanzstabilität, argumentierte er.

Für Teilbereiche des deutschen Immobilienmarkts sehen die IW-Forscher Risiken. "In ländlichen Landkreisen sind mehr als doppelt so viele Einfamilienhäuser wie benötigt gebaut worden", schreiben die Immobilienexperten. Deswegen sollten Investoren auf der Suche nach Alternativen zu den großen Städten vorsichtig sein.

Darüber hinaus sieht die Studie Anzeichen für einen über den Bedarf hinausgehenden Bau von Kleinapartments, etwa in Frankfurt am Main. Die sinkende Zahl junger Erwachsener zwischen 18 und 25 und der Rückgang der Studentenzahlen könnte die Mieten für Mikroapartments unter Druck setzen.

Das dritte Risiko aus Perspektive von Immobilieninvestoren sehen die Wirtschaftsforscher in einer möglichen Verschärfung der Mietregulierung nach der Bundestagswahl. Das könnte Mieterhöhungen in Zukunft erschweren.

apr/dpa