Demos in Griechenland Staatsdiener protestieren gegen Massenentlassungen

Der Müll stapelt sich vielerorts, Polizisten legen hupend den Verkehr lahm: In Griechenland wehren sich Staatsdiener gegen geplante Massenentlassungen. Die Proteste dürften bald noch zunehmen - in dieser Woche will das Parlament über den Stellenabbau entscheiden.

Protest kommunaler Angestellter in Athen: Polizisten legen Verkehr lahm
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Protest kommunaler Angestellter in Athen: Polizisten legen Verkehr lahm


Athen - Am Mittwochabend will das griechische Parlament einen drastischen Stellenabbau im Öffentlichen Dienst beschließen - die Staatsbediensteten wehren sich mit Streiks dagegen. Am Montag legten unter anderem viele Angestellte von Städten und Gemeinden Griechenlands die Arbeit nieder.

Dadurch blieb in vielen Orten der Müll liegen. In Athen verursachten Polizisten und andere Staatsbedienstete mit Auto- und Motorradkorsos ein Verkehrschaos. Hupend fuhren sie vor die Büros der Koalitionsparteien. Anschließend drehten sie Runden im Zentrum der Hauptstadt. Am Abend wollten die Staatsbediensteten vor dem Parlament gegen die geplanten Entlassungen protestieren. Auch der für Donnerstag geplante Besuch von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) heizt die Stimmung im Land an.

Für Dienstag haben die größten Gewerkschaften des Landes einen Generalstreik angekündigt - unter dem Motto "Wir sind Menschen, keine Zahlen". Davon dürften vor allem Behörden und der Bahnverkehr betroffen sein. Behinderungen wird es auch bei den Inlandsflügen geben: Die Luftfahrt-Beschäftigten wollen von 12 bis 16 Uhr Ortszeit (also von 11 bis 15 Uhr deutscher Zeit) ihre Arbeit niederlegen.

Der Tourismus wird aber aller Voraussicht nach weitgehend geschont: Fähren sollen regulär auslaufen und auch Hotels, Banken, Taxis sowie Geschäfte sollen nicht bestreikt werden.

Eine Entscheidung des Parlaments für die Entlassungen bei den Staatsbediensteten am späten Mittwochabend ist Voraussetzung für die Auszahlung der nächsten Hilfstranche der internationalen Geldgeber in Höhe von 2,5 Milliarden Euro. Bis Ende 2014 sollen 15.000 Staatsbedienstete entlassen werden, davon 4000 noch in diesem Jahr. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, kann die Regierung in Athen bis Ende Juli mit den dringend benötigten Mitteln rechnen.

Die Billigung des Gesetzes gilt allerdings als Kraftprobe für die Koalitionsregierung unter dem konservativen Regierungschef Antonis Samaras und seinem Vize, dem Sozialisten Evangelos Venizelos. Die Koalitionsregierung hat nur noch eine knappe Mehrheit von 155 Abgeordneten im 300 Sitze zählenden Parlament.

fdi/dpa

insgesamt 9 Beiträge
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karlsiegfried 15.07.2013
1. Griechenland ist pleite ...
... und gibt weiterhin mehr Geld aus, als es hat. Da gibt es auch nichts mehr zu retten.
bombus67 15.07.2013
2. 150.000 sollten es sein....
Die eigentlichen Vorgaben waren 150.000 Beamte bis 2015 zu entlassen. 15.000 Beamte ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Es gibt immer noch zu viele und vor allem nutzlose Beamte in Griechenland. Das Land sollte schnell möglich Europa und den Euro verlassen.
the_secret62 15.07.2013
3. Deutschland...
...hat mindestens doppelt so viele Beamte die nichts taugen! Vielleicht sollten wir erst mal bei uns anfangen bevor wir immer mit dem Finger auf andere zeigen! Im jammern sind die deutschen Weltklasse aber im bewegen und Meinung kund tun absolutes Schlusslicht!
wirklick 15.07.2013
4. Die Polizisten
fahren doch tatsächlich mit ihren Dienstfahrzeugen zum Streiken. Den Sprit bezahlt natürlich der Staat, äh, bzw. die europäischen Retter, also auch wir. Die Griechen sollten nicht ein paar Staatsangestellte entlassen, sondern ihren Laden komplett schließen, alle entlassen und nochmal von Null anfangen.
derbergischelöwe 15.07.2013
5.
Liebes SPON, bitte demonstrierende Griechen einfach mal ein paar Wochen ignorieren. Wie Leser wollen uns doch auch mal entspannen. Schliesslich müssen wir in den Ferien Kraft sammeln und die Steuern verdienen, die Wolle und Angie dann in Hellas verteilen. Ihr verstehe als dummer Steuermichel sowieso nicht, wieso die immer gegen Deutschland und nicht gegen sich selbst und ihre Fakelaki-Schwarzgeld-Steuervermeider-Landsleute??? Die spinnen die Griechen, ach nee, das waren ja die Römer im Asterixheft....
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