Hohe Inflation Mit den Preisen steigt die Schwarzarbeit

Das Leben in Deutschland wird teurer. Damit wächst einer Prognose zufolge auch die Schattenwirtschaft im Land – auf ein Zehntel des Bruttoinlandsprodukts.
Zollbeamte bei einer Kontrolle auf Schwarzarbeit in einem Kölner Nagelstudio

Zollbeamte bei einer Kontrolle auf Schwarzarbeit in einem Kölner Nagelstudio

Foto: Marius Becker / dpa

Die hohe Inflation könnte einen spürbaren Anstieg der Schwarzarbeit in Deutschland mit sich bringen. Dies geht aus Berechnungen des Linzer Finanzwissenschaftlers Friedrich Schneider hervor. Zuerst hatte das »Handelsblatt« über die Zahlen berichtet.

Demnach wird die Schattenwirtschaft in Deutschland im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 22,1 Milliarden auf 360,31 Milliarden Euro steigen. Das entspricht 10,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Der Wert der Schattenwirtschaft in Deutschland lag im Jahr 2021 bei 338,12 Milliarden Euro oder 9,51 Prozent des BIP.

Ursprünglich hatte Schneider zu Jahresbeginn infolge der guten Konjunkturentwicklung einen Rückgang der Schattenwirtschaft berechnet. »Energiekrise und hohe Inflationsraten haben dieses Ergebnis umgedreht«, sagte der Forscher. Die Berechnungen beruhen laut Schneider auf vier Annahmen: Die Inflationsrate liegt bei circa neun Prozent, ein kompletter Gaslieferstopp bleibt in diesem Jahr aus, es gibt keine Ausweitung des Krieges in der Ukraine und keine Verschärfung der Lieferkettenproblematik.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es im Vorspann, die Schattenwirtschaft sei um ein Zehntel des Bruttoinlandsprodukts gewachsen. Tatsächlich wuchs sie aber auf diesen Wert. Wir haben den Fehler korrigiert.

dab/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.
Mehrfachnutzung erkannt
Bitte beachten Sie: Die gleichzeitige Nutzung von SPIEGEL+-Inhalten ist auf ein Gerät beschränkt. Wir behalten uns vor, die Mehrfachnutzung zukünftig technisch zu unterbinden.
Sie möchten SPIEGEL+ auf mehreren Geräten zeitgleich nutzen? Zu unseren Angeboten