Studie der Hans-Böckler-Stiftung Inflation trifft Familien mit niedrigem Einkommen am stärksten

Die Belastung durch steigende Preise ist einer Studie zufolge bei einkommensschwachen Familien besonders hoch. Die soziale Schieflage könnte sich mit Auslaufen von 9-Euro-Ticket und Tankrabatt noch verstärken.
Vater mit Kleinkind: Preistreiber Lebensmittel

Vater mit Kleinkind: Preistreiber Lebensmittel

Foto: Michael Gstettenbauer / IMAGO

Die offizielle Inflationsrate betrug im Juli 7,5 Prozent. Für Familien mit niedrigem Einkommen lag sie aber deutlich höher: Um 8,4 Prozent verteuerten sich ihre Einkäufe im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das ist das Ergebnis des aktuellen Inflationsmonitors des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Weniger stark trafen die Preissteigerungen dagegen Singles mit hohem Einkommen: Ihre Lebenshaltungskosten erhöhten sich um 6,4 Prozent.

Dass Haushalte mit niedrigen Einkommen besonders stark von der Inflation belastet sind, liegt laut IMK daran, dass die aktuell größten Preistreiber – Haushaltsenergie und Lebensmittel – bei ihren Ausgaben eine besonders große Rolle spielen.

Neuer Inflationsschub im September?

Für eine kurzzeitig niedrigere Inflationsrate hatten zuletzt Experten zufolge das 9-Euro-Ticket und der Tankrabatt gesorgt. Wenn diese beiden Erleichterungen im September auslaufen, dürfte die Inflation einen »zusätzlichen Schub« erhalten, so die Autoren und Autorinnen der Studie. Dann »dürfte die soziale Schere bei den Belastungen sogar noch weiter aufgehen.« Denn zusätzliche Preissteigerungen bei der Energie schlügen bei Haushalten mit niedrigeren Einkommen besonders stark durch.

Die vom Bundesfinanzministerium vorgeschlagenen Steuerentlastungen würden die soziale Schieflage nicht mildern, warnten die Experten. »Denn damit würde gerade jenen Personen wenig oder gar nicht geholfen, die nach den Ergebnissen unserer Forschung besonders stark belastet sind.« Um in den nächsten Monaten eine soziale Schieflage zu vermeiden, seien eine weitere Energiepauschale für alle Haushalte sowie ein Preisdeckel für einen Grundverbrauch beim Gas besser geeignet, sagte IMK-Direktor Sebastian Dullien

jlk/dpa
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