Inflation in China Finanzexperten fürchten um weltweiten Aufschwung

Ausufernde Inflation wird zum immer größeren Problem für China: Volkswirte erwarten, dass die Teuerungsrate bald über sechs Prozent steigt. Sie rechnen mit einer restriktiveren Geldpolitik in Peking - was die Wirtschaft weltweit belasten könnte.

Yuan-Banknoten: Inflation wird zur massiven Belastung
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Yuan-Banknoten: Inflation wird zur massiven Belastung


Peking - Es wäre ein Drei-Jahres-Hoch für Chinas Inflation: Analysten prophezeien einen Anstieg auf bis zu 6,2 Prozent. Offiziell sollen die Zahlen Mitte Juli veröffentlicht werden. Volkswirte erwarten bald eine weitere Verschärfung der Geldpolitik - so könnte der Leitzins angehoben werden.

Am Markt wird befürchtet, dass der Kampf Chinas gegen die Inflation das Wirtschaftswachstum weltweit belasten könnte. Schon jetzt dämpfen der große Inflationsdruck und die damit zusammenhängende restriktive Politik der Notenbank die Geschäfte chinesischer Firmen. Sorgen vor einer Rekord-Inflation in Chinas haben auch Auswirkungen auf den Euro. Sein Kurs ist am Dienstag unter die Marke von 1,45 Dollar gefallen.

Neben der Inflation kämpft China noch mit einem anderen großen Problem: der hohen Verschuldung in Provinzen und Kommunen. Diese ist nach Einschätzung der Rating-Agentur Moody's ein großes Risiko für die Banken der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft.

Die Schulden der öffentlichen Hand in den Provinzen fielen um umgerechnet 370 Milliarden Euro höher aus als zuletzt von der zuständigen Aufsichtsbehörde geschätzt, teilte Moody's am Dienstag mit. Sollte die Regierung in Peking keine Strategie vorlegen, wie sie mit dem Problem umgehen wolle, könnte das die Banken belasten. Zudem drohe eine Zunahme an ausfallgefährdeten Krediten.

Experten befürchten, dass die hohe Verschuldung der Kommunen die chinesische Wirtschaft langfristig in Schieflage bringen könnte. Zwar gilt es als wahrscheinlich, dass die Führung in Peking eingreift und im Zweifelsfall die Verluste der Regionalregierungen zumindest zum Teil übernimmt. Sollten die Banken aber auf hohen Verlusten sitzenbleiben, könnte das die Kreditvergabe an die Wirtschaft stark belasten.

Ungefähr die Hälfte der Schulden stammt aus dem Jahr 2008, als die Regierung in der Finanzkrise ein riesiges Konjunkturprogramm auflegte und die Kreditvergabe ankurbelte. Der größte Teil des Geldes wurde genutzt, um die Infrastruktur auszubauen, ein Teil wurde nach Ansicht von Experten aber auch verschwendet. Das Thema rückt derzeit verstärkt auf die Tagesordnung, weil das Ende der Kredit-Laufzeiten absehbar wird: Ein großer Teil der Darlehen muss 2013 zurückgezahlt werden.

nkk/dpa/Reuters



insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
mattotaupa 05.07.2011
1. *
Zitat von sysopEine ausufernde Inflation wird zu einem immer größeren Problem für China: Analysten erwarten, dass die Teuerungsrate bald über sechs Prozent steigt. Volkswirte rechnen mit einer restriktiveren Geldpolitik in Peking - was die Wirtschaft weltweit belasten könnte. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,772492,00.html
Die Wettervorhersagen waren in den letzten Jahren besser und sicherer, als jedwedes Gebrabbel von "Finanzexperten" und Analysten.
Jochen Binikowski 05.07.2011
2. x
Hier die aktuelle Version des alten Bismarck-Spruchs: Mal gut dass die Analysten nicht wissen was in der Wurst und in den Büchern der chinesischen Banken und Regierung drin ist.
richsorge 05.07.2011
3. Ja, wo laufen sie denn?
Und wieder läuft ein Bulle, äh, eine Sau durch's Dorf ...
instant_karma 05.07.2011
4. .
.....auf den Euro. Sein Kurs ist am Dienstag unter die Marke von 1,45 Dollar gefallen. oh! mann! das heißt nichts gutes wenn der euro so einbricht!!!*rolleyes*
beebo 05.07.2011
5. Wieso Euro Einbruch
Zitat von instant_karma.....auf den Euro. Sein Kurs ist am Dienstag unter die Marke von 1,45 Dollar gefallen. oh! mann! das heißt nichts gutes wenn der euro so einbricht!!!*rolleyes*
Im November 2010 stand der Wechselkurs noch bei 1,24. Manche Experten, haben den gerechten Wechselkurs bei 1,20 gesehen.
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