Inflation in der Eurozone Energie und Lebensmittel werden teurer

Die Inflationsrate im Euroraum hat stärker zugelegt als angenommen. Energie, aber auch Nahrungsmittel treiben die Preise. Das Ziel der Zentralbank für ein Ende der Minizinsen ist aber noch nicht erreicht.
Obststand in Barcelona (Archiv)

Obststand in Barcelona (Archiv)

Foto: imago/Westend61

Die Verbraucherpreise sind in den Euro-Ländern im August stärker gestiegen als erwartet. Das Preisniveau habe sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,5 Prozent erhöht, teilte das Statistikamt Eurostat mit. Analysten hatten im Mittel einen Zuwachs um 1,4 Prozent erwartet, nachdem sich die Preise im Juli um 1,3 Prozent erhöht hatten. Die Kerninflation, die Energie und Lebensmittel außen vor lässt, lag konstant bei 1,2 Prozent.

Die Europäische Zentralbank (EZB) verfehlte damit erneut das für die 19 Länder der Eurozone angestrebte Inflationsziel von knapp zwei Prozent. Diese Rate wird seit mehreren Jahren nicht mehr erreicht, weshalb die Zentralbank ihre Geldpolitik massiv gelockert hat. Diese Geldschwemme ist vor allem in Deutschland umstritten. Es mehren sich Forderungen nach einem Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik.

Allerdings zeichnet sich ein Ende dieser Politik ab: Der EZB-Rat trifft sich kommende Woche zu seiner nächsten Zinssitzung, wobei die Zukunft der billionenschweren Anleihekäufe zur Sprache kommen dürfte. Fachleute rechnen für das kommende Jahr mit einem schrittweisen Zurückfahren der Käufe. Eine erste Zinsanhebung dürfte aber noch länger auf sich warten lassen.

Teurer als im August 2016 war bezogen auf die ganze Eurozone im vergangenen Monat vor allem Energie - mit einem Plus von vier Prozent. Dienstleistungen wie Mieten wurden um 1,6 Prozent teurer, für Lebensmittel mussten im Schnitt 1,4 Prozent mehr gezahlt werden als vor einem Jahr. Am schwächsten war die Inflation mit 0,5 Prozent nach wie vor bei Industriegütern.

Auch in Deutschland stieg die Inflationsrate im August - auf 1,8 Prozent. Hierzulande mussten die Menschen vor allem für Nahrungsmittel (plus drei Prozent) sowie Haushaltsenergie und Sprit (plus 2,3 Prozent) mehr bezahlen. In Italien stiegen die Verbraucherpreise laut Statistikamt Insee im August nach europäischer Rechnung (HVPI) um 1,4 Prozent zu - ebenfalls leicht stärker als von Volkswirten erwartet.

apr/dpa/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.