Preisauftrieb Inflation in Eurozone sinkt überraschend

Die Inflationsrate in der Eurozone ist im März auf 1,4 Prozent gefallen. Damit dürften steigende Zinsen weiter auf sich warten lassen.

Stromzähler: Energie ist 5,3 Prozent teurer als vor einem Jahr
DPA

Stromzähler: Energie ist 5,3 Prozent teurer als vor einem Jahr


Die Inflationsrate in der Eurozone entfernt sich weiter vom Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp zwei Prozent. Wie das Statistikamt Eurostat mitteilte, stiegen die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 1,4 Prozent. Im Februar hatte die Inflationsrate noch 1,5 Prozent betragen. Analysten hatten jetzt einen unveränderten Wert erwartet.

Unverarbeitete Lebensmittel verteuerten sich zum Vorjahr nur noch um 1,2 Prozent. Im Februar lag der Anstieg noch bei 2,9 Prozent.

Die EZB strebt eine Gesamtinflation von knapp zwei Prozent an. Die EZB-Volkswirte hatten jedoch jüngst ihre Inflationsprognose für das laufende Jahr auf 1,2 von zuvor 1,6 Prozent gekappt. Börsianer erwarten mittlerweile, dass die Währungshüter das Inflationsziel von knapp zwei Prozent bis weit ins nächste Jahrzehnt hinein verfehlen werden.

Arbeitslosigkeit bleibt auf Zehnjahrestief

Die EZB hat wegen der sich eintrübenden Konjunktur zudem eine Zinswende bis mindestens ins nächste Jahr verschoben. Bereits seit März 2016 liegt der Leitzins bei null Prozent.

Nach wie vor am deutlichsten verteuerte sich mit 5,3 Prozent Energie. Kaum teurer als vor einem Jahr waren Industriegüter, wohingegen sich Dienstleistungen nur knapp unterdurchschnittlich verteuerten. Lebens- und Genussmittel waren mit 2,0 Prozent überdurchschnittlich teurer.

Auch die Kerninflation fiel von 1,0 Prozent auf 0,8 Prozent. Diese Abgrenzung berücksichtigt keine schwankende Komponenten wie Energie und Lebensmittel. Analysten hatten eine Kernrate von 0,9 Prozent erwartet.

Auf dem Arbeitsmarkt blieb die Lage unterdessen unverändert. Die Erwerbslosenquote betrug in der Eurozone im Februar 7,8 Prozent, wie die EU-Statistiker weiter mitteilten. Auch in der gesamten EU gab es keine Veränderung. Hier blieb die Arbeitslosenquote wie im Januar bei 6,5 Prozent.

Die niedrigsten Erwerbslosenquoten hatten nach den Eurostat-Berechnungen weiter Tschechien (1,9 Prozent) und Deutschland (3,1 Prozent). Schlusslichter waren Italien (10,7 Prozent) und Spanien (13,9 Prozent).

apr/dpa/AFP/Reuters



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