Inflation in der Euro-Zone Verbraucherpreise steigen um 2,2 Prozent

Die Wirtschaft in der Euro-Zone steckt in der Rezession, doch die Verbraucherpreise steigen trotzdem. Im Dezember lag die Inflationsrate laut einer ersten Schätzung bei 2,2 Prozent - und damit etwas höher als von der Europäischen Zentralbank angepeilt.
Euro-Scheine: 2,2 Prozent weniger wert als vor einem Jahr

Euro-Scheine: 2,2 Prozent weniger wert als vor einem Jahr

Foto: Corbis

Luxemburg/Brüssel - Die teure Energie hat die Verbraucherpreise in der Euro-Zone auch im Dezember kräftig steigen lassen. Die Inflation in den 17 Ländern der Währungsunion lag bei 2,2 Prozent, wie die Europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte. Damit ist die Teuerungsrate im Vergleich zum November konstant geblieben. Im Oktober hatte sie noch bei 2,5 Prozent gelegen.

Damit bleibt die Inflationsrate über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Währungshüter peilen eine Marke von knapp unter 2,0 Prozent an. In Deutschland waren die Verbraucherpreise laut Statistischem Bundesamt im Dezember um 2,1 Prozent gestiegen.

Die EZB pumpt seit Beginn der Krise billiges Geld in die Finanzmärkte, um die Banken zu stützen und die Konjunktur zu stärken. Doch der Großteil des Geldes kommt nicht in der realen Wirtschaft an. Deshalb bleibt die Inflation bisher moderat. Angesichts der schwachen Wirtschaftsleistung sind Teuerungsraten von mehr als zwei Prozent allerdings immer noch relativ hoch. Die Inflation steigt normalerweise vor allem dann besonders kräftig, wenn die Wirtschaft boomt. Davon ist die Euro-Zone derzeit weit entfernt.

Größter Preistreiber in der Euro-Zone waren auch im Dezember wieder die Kosten für Energie. Sie stiegen um 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak sowie Dienstleistungen wurden ebenfalls teurer.

Unterdessen gibt es Hoffnung auf ein Ende der Rezession. Der Einkaufsmanager-Index der privaten Wirtschaft stieg im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 0,7 auf 47,2 Punkte. Das teilte das Markit-Institut am Freitag mit. Dies ist der beste Wert binnen neun Monaten. Allerdings signalisieren erst Werte über 50 Punkte Wachstum. Davon ist die Wirtschaft in der Euro-Zone noch ein Stück entfernt.

stk/dpa/Reuters
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