Inflationsgefahr US-Notenbanker warnt vor Anleihekäufen

Um die Wirtschaft anzukurbeln, kauft die US-Notenbank Fed sei Jahren heimische Staatsanleihen auf. Fed-Mitglied Jeff Lacker fordert ein Ende des Programms, das zu verstärkter Inflation führen könne. Mit seiner Meinung steht Lacker innerhalb der Fed allerdings ziemlich alleine da.

Fed-Zentrale in Washington: "Eher früher als später stoppen"
REUTERS

Fed-Zentrale in Washington: "Eher früher als später stoppen"


New York - "Quantitative Lockerung" nennt es die Fed, Kritiker sprechen lieber von Gelddrucken: Seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise kauft die amerikanische Notenbank US-Anleihen im Billionen-Wert auf. Das soll positive Impulse für die US-Wirtschaft bringen, nachdem der Leitzins als wichtigstes geldpolitisches Instrument bereits auf nahe null Prozent gesenkt wurde. Auch 2013 will die Fed monatlich Anleihen für 45 Milliarden Dollar kaufen.

Doch innerhalb der Fed haben die Kaufprogramme nicht nur Freunde. Fed-Mitglied Jeff Lacker forderte jetzt im "Handelsblatt", die Anleihekäufe so schnell wie möglich zu beenden. "Wir sollten sie eher früher als später stoppen. Aus meiner Sicht sind die Risiken aus den Käufen seit Anfang 2012 höher als die damit erzielten Vorteile", sagte Lacker, der Mitglied im entscheidenden geldpolitischen Ausschuss der Fed ist.

Die Forderung begründete Lacker mit der Gefahr, dass die Fed 2014 von einer stärkeren Inflation überrascht werden könnte. "Meine Sorge ist, dass wir zu spät und nicht schnell genug reagieren könnten. Ich bin gerne vorsichtig." Die Fed wird Ende Januar darüber beraten, ob sie die laufenden Programme beibehält.

Mit seiner Position ist Lacker bislang ziemlich allein: Im vergangenen Jahr war er das einzige Ausschussmitglied, das durchgehend gegen die lockere Geldpolitik stimmte. "Ich bin nicht absolut sicher, dass die von mir befürchteten Risiken wirklich eintreten", sagte Lacker kürzlich der "New York Times". Der Kurs seiner Fed-Kollegen könnte auch richtig sein. "Ich hoffe ernsthaft, dass sie recht haben."

dab



insgesamt 28 Beiträge
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zeitmax 21.01.2013
1. Da baut einer vor...
und wird wohl Recht behalten. Denn dieses Gelddrucken oder "Quantitative easing" (indem man ständig neue Anleihen - Treasury bonds - begibt und sich selbst abkauft) erinnert fatal an die bei Geschäftsleuten zu Recht hoch bestrafte Finanzierungsform der Wechselreiterei. Die USA werden es so nicht schaffen, sich selbst an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen - mit schrecklichen Folgen für den Rest der (westlichen) Welt...
ergoprox 21.01.2013
2.
Zitat von sysopREUTERSUm die Wirtschaft anzukurbeln, kauft die US-Notenbank Fed sei Jahren heimische Staatsanleihen auf. Fed-Mitglied Jeff Lacker fordert ein Ende des Programms, das zu verstärkter Inflation führen könne. Mit seiner Meinung steht Lacker innerhalb der Fed allerdings ziemlich alleine da. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/inflationsgefahr-us-notenbanker-warnt-vor-anleihekaeufen-a-878699.html
Das ist der Unterschied zwischen US und D, dort ist man als Monetarist in der Minderheit.
dapmr75 21.01.2013
3. Basismathematik wird überleben!
Wenn ich einen Dollar besitze und produzierte Waren für einen Dollar dagegenstelle, handelt es sich um Balance. Druckt die Fed einen weiteren Dollar ohne die entsprechende Ausweitung der Produktion (wie derzeit), dann nennt man das Währungsentwertung. Diese wird sich in Inflation auswirken, sobald der zweite Dollar nachfragewirksam wird (momentan geht alles an die Börsen, wo veritable Blasen existieren). Auch die Fed zusammen mit allen anderen Zentralbanken wird diesen Fakt nicht aushebeln, da können die selbsternannten Experten noch so von wirksamen Gegenmitteln sprechen.
kf_mailer 21.01.2013
4. Fed
eine private Bankenvereinigung, die über das Geldsystem des Landes bestimmt. Fernab jeglicher Legitimierung, rauben sie die Resourcen eines Landes. Wann waren die USA schuldenfrei? Es waren immer genau die Zeiten, in denen die USA kein Zentralbanksystem hatten.
muellerthomas 21.01.2013
5.
Zitat von dapmr75Wenn ich einen Dollar besitze und produzierte Waren für einen Dollar dagegenstelle, handelt es sich um Balance. Druckt die Fed einen weiteren Dollar ohne die entsprechende Ausweitung der Produktion (wie derzeit), dann nennt man das Währungsentwertung. Diese wird sich in Inflation auswirken, sobald der zweite Dollar nachfragewirksam wird (momentan geht alles an die Börsen, wo veritable Blasen existieren). Auch die Fed zusammen mit allen anderen Zentralbanken wird diesen Fakt nicht aushebeln, da können die selbsternannten Experten noch so von wirksamen Gegenmitteln sprechen.
Die Geldmenge steigt allerdings in den USA nicht ungewöhnlich schnell. Eine stark steigende Nachfrage wäre ja gerade wünschenswert.
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