Gesetzentwurf gegen Abzocke Inkasso-Gebühren sollen sinken

Inkassofirmen müssen sich auf sinkende Einnahmen einstellen: Das Justizministerium will die Gebührenhöchstsätze für die Geldeintreiber senken - wenigstens für kooperative Schuldner.

Brief eines Inkassobüros in einem Schweriner Briefkasten: Schluss mit der Abzocke
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Brief eines Inkassobüros in einem Schweriner Briefkasten: Schluss mit der Abzocke


Gute Nachricht für Schuldner: Künftig sollen Inkassofirmen, die Geld von säumigen Kunden eintreiben, weniger Gebühren verlangen dürfen. Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) legte einen entsprechenden Gesetzentwurf vor.

"Wer mit seinen Schulden in ein Inkassoverfahren gerät, muss ohnehin schon draufzahlen", sagte Lambrecht der "Bild"-Zeitung. "Es ist ein großes Ärgernis, dass dabei vielfach sogar überhöhte Gebühren verlangt werden, die in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Aufwand stehen." Verbraucher würden häufig abgezockt.

Derzeit dürfen Inkassofirmen auch bei niedrigen Forderungen eine Gebühr von bis zu 70,20 Euro in Rechnung stellen - selbst wenn sie keinen großen Aufwand treiben und nur einen Brief verschicken. "Solchen Inkassofallen werden wir in Zukunft einen Riegel vorschieben", sagte Lambrecht.

Sinkende Einnahmen erwartet

Schuldner, die zur Zahlung bereit sind und den Inkassofirmen deshalb wenig Arbeit machen, sollen geschützt werden. Für sie soll die Gebührenhöchstgrenze bei Forderungen bis zu 500 Euro auf 37,80 Euro sinken. Dem Gesetzentwurf zufolge betrifft das 83 Prozent aller Inkassoverfahren.

Das Ministerium rechnet deshalb damit, dass sich die Mehrheit der rund 2000 Inkassofirmen auf sinkende Einnahmen gefasst machen muss. Rund 55 Prozent der Unternehmen berechneten derzeit Höchstsätze.

Schuldner, die Zahlungen hinauszögern oder mit Tricks versuchen, den Geldeintreibern zu entkommen, sollen nicht profitieren: Für sie gelten weiterhin die höheren Gebühren, weil der Aufwand für die Inkassofirmen größer ist.

Im Video: Skrupellose Schuldeneintreiber in Russland

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brt/dpa



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