Integration Wirtschaft fordert Abschiebeschutz für asylsuchende Azubis

Wenn es um einen Ausbildungsplatz geht, haben es Asylbewerber besonders schwer. Eine der Ursachen dafür sieht DIHK-Chef Schweitzer in den unsicheren Rahmenbedingungen. Er fordert deshalb einen Abschiebestopp während der Lehrzeit.
MAN-Lehrling: Selbst Bewerber mit 1,9er-Abitur werden aussortiert

MAN-Lehrling: Selbst Bewerber mit 1,9er-Abitur werden aussortiert

Foto: Marcus Brandt/ picture-alliance/ dpa

Berlin - Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) fordert ein Abschiebeverbot für asylsuchende Jugendliche während ihrer Ausbildung. Ansonsten seien Unternehmen kaum bereit, Asylbewerber auszubilden, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer am Montag in der ARD vor Beginn des Integrationsgipfels im Kanzleramt. Gleichzeitig forderte er junge Flüchtlinge auf, sich bei Unternehmen und den Verbänden bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle zu melden.

Schweitzer forderte zudem schnellere Asylverfahren. Bis in Deutschland über einen Asylantrag entschieden werde, vergingen im Schnitt sieben Monate. "Das ist eine belastende Zeit der Unsicherheit für die Flüchtlinge, aber auch für potenzielle Ausbildungsbetriebe", sagte er der Zeitung. Allen Asylsuchenden müssten zudem von Anfang an Sprachkurse angeboten werden.

Die Wirtschaft wolle ihren Beitrag dazu leisten, gerade die Jugendlichen in die Ausbildung zu integrieren, versicherte Schweitzer. Ende September seien noch 37.100 unbesetzte Ausbildungsplätze gemeldet gewesen. "Das bedeutet zahlreiche Chancen auch für Jugendliche mit Migrationshintergrund."

Auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, forderte, die Chancen von Jugendlichen aus Migrantenfamilien auf dem Ausbildungsmarkt zu verbessern. Die SPD-Politikerin sagte dem Sender NDR Info, vor allem Bewerber mit türkischen oder arabischen Namen hätten Probleme, eine Lehrstelle zu finden. Selbst wenn diese "1,9-Abitur haben, werden sie aussortiert", kritisierte Özoguz. Jugendliche mit Migrationshintergrund müssten deshalb nach der Schule stärker begleitet werden.

Der Integrationsgipfel auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) widmet sich am Montag der Ausbildungssituation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Am Wochenende hatte die Kanzlerin gleiche Chancen auf eine Berufsausbildung für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund gefordert.

mik/Reuters
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