Internationale Presse zum Hoeneß-Urteil "Der Absturz eines deutschen Idols"

Dreieinhalb Jahre Haft für den Ex-Bayern-Präsidenten: Der Ausgang des Steuerprozesses gegen Uli Hoeneß hat auch im Ausland für große Aufmerksamkeit gesorgt. Die internationale Presse bewertet das Urteil als "Donnerschlag" und konstatiert den dramatischen "Fall einer Ikone".

Ehemaliger Bayern-Präsident Hoeneß (November 2013): "Der Hammer!"
AFP

Ehemaliger Bayern-Präsident Hoeneß (November 2013): "Der Hammer!"


Die internationalen Pressestimmen zum Urteil im Steuerprozess gegen Uli Hoeneß:

ENGLAND:

Daily Mirror: "Es ist ein dramatischer Fall eines Mannes, der den deutschen Giganten zu einem der besten Vereine weltweit geformt hat."

Telegraph: "Uli Hoeneß wird hart kämpfen müssen, um seinen ruinierten Ruf halbwegs zu retten. Der Skandal hat ihn schwer beschädigt."

ITALIEN:

Gazzetta dello Sport: "Wie jeder ist Hoeneß ein Mensch, der Fehler begehen kann, bei ihm sind jedoch die Fehler unvergesslich. Als Stürmer schoss er 1976 einen Ball fulminant in den Nachthimmel über Belgrad. Jetzt muss er eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren hinnehmen."

Corriere dello Sport: "Hoeneß, der zu Beginn des Prozesses noch selbstsicher schien, war angesichts des Urteils wie versteinert. Feuchte Augen, zusammengepresste Lippen, roter Kopf - im Vergleich zum Jubel nach dem Spiel gegen Arsenal nicht wiederzuerkennen."

Tuttosport: "Die Festung FC Bayern zeigt erste Sprünge. Neben Hoeneß ist auch Rummenige wegen einer Strafe in Zusammenhang mit zwei Rolex-Uhren unter Druck geraten. Auch Beckenbauers Kritik an Guardiolas Spiel belastet das Team."

SPANIEN:

AS: "Hoeneß - der gejagte Jäger. Er erhob sich zur Moral-Instanz, jetzt geht er wegen seiner Sucht nach Risikogeschäften ins Gefängnis."

NIEDERLANDE:

Telegraaf: "Hoeneß sofort weg! Die deutsche Fußball-Ikone der Bayern muss ins Gefängnis. Hoeneß verschwindet von der Bildfläche."

FRANKREICH:

Le Monde: "Der Absturz eines deutschen Idols. Drei Monate vor der WM schaut Deutschland wie paralysiert dem Fall einer Ikone zu: Uli Hoeneß, der auf dem Platz und in der Wirtschaft so erfolgreich war, ist künftig verdammt, die Spiele aus dem Gefängnis zu verfolgen."

L'Equipe: "Ein Urteil, das gewaltigen Wirbel in Deutschland auslöst."

USA:

New York Times: "Uli Hoeneß, einer der populärsten Deutschen, muss ins Gefängnis. Eine Nachricht, die in Deutschland selbst die Krise in der Ukraine von allen Titelseiten drängt."

ÖSTERREICH:

Österreich: "Der Hammer! Ein Paukenschlag. Uli Hoeneß geht ins Gefängnis. Das Spiel ist aus - Uli Hoeneß hat verloren."

Standard: "Die Verurteilung von Hoeneß zu dreieinhalb Jahren Haft hat dem Fußballklub und seinen großen Sponsoren die Sprache verschlagen."

SCHWEIZ:

Blick: "Alle Reue, jedes Beteuern vom Gutmenschentum hat nichts geholfen. Das Urteil war ein Donnerschlag. Die Frage: Tore, Würste und Devisen - wie wurde Hoeneß so reich?"

fdi/sid

insgesamt 9 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
noalk 14.03.2014
1. Public Viewing
Kein Sky im Knast? Geht angeblich nicht. Aber der Sender wird sicher einen Weg finden, Hoeneß mit Live-Bildern zu versorgen, und sei es mit einer großen Video-Wand vor den Mauern der JVA Landsberg.
voerden 14.03.2014
2. da findet sich ein Weg
Notfalls zahlt Uli das was notwendig ist dass im Kabelsignal zum Gefängnis die Bayern Spiele unverschlüsselt ankommen. Ich denke so mit 15.000 EUR pro Monat sollte das möglich sein. (entspricht 500 Anschlüsse je 30 €)
to5824bo 14.03.2014
3.
Zitat von noalkKein Sky im Knast? Geht angeblich nicht. Aber der Sender wird sicher einen Weg finden, Hoeneß mit Live-Bildern zu versorgen, und sei es mit einer großen Video-Wand vor den Mauern der JVA Landsberg.
Wissen Sie, was die JVA-Leitung in solch einem Fall machen würde (so unsinnig und absurd Ihr Szenario natürlich ist)? Sie würde dafür sorgen dass Herr Hoeneß keine Gelegenheit hätte, dies in Anspruch zu nehmen Denn wenig fürchtet der Strafvollzug mehr als den Verdacht, Promi-Boni zu verteilen. Das schürt Unfrieden unter den Mitgefangenen und bringt Unruhe und Wut ins Haus. Man wird peinlich darauf bedacht sein, jeglichem Verdacht dieser Art durch Gleichbehandlung aller Insassen vorzubeugen.
noalk 14.03.2014
4. So geht's!
Zitat von to5824boWissen Sie, was die JVA-Leitung in solch einem Fall machen würde (so unsinnig und absurd Ihr Szenario natürlich ist)? Sie würde dafür sorgen dass Herr Hoeneß keine Gelegenheit hätte, dies in Anspruch zu nehmen Denn wenig fürchtet der Strafvollzug mehr als den Verdacht, Promi-Boni zu verteilen. Das schürt Unfrieden unter den Mitgefangenen und bringt Unruhe und Wut ins Haus. Man wird peinlich darauf bedacht sein, jeglichem Verdacht dieser Art durch Gleichbehandlung aller Insassen vorzubeugen.
Dem kann die Anstaltsleitung genügen, Indem sie alle Insassen mitgucken lässt.
ratlosere 14.03.2014
5. optional
Ist das Urteil gegen Hoeneß nur eine mediengerechte Ablenkung von der Verschwendungssucht unserer Politiker auf Kosten des Steuerzahlers? Ein höchst interessanter Newsletter dazu unter: http://www.macht-steuert-wissen.de/artikel/189/fall-hoeness-wann-werden-die-steuerverschwender-politiker-zu.php
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.