Wegen Handelskonflikt Weltwirtschaft wächst langsamer

Der Internationale Währungsfonds hat seine Wachstumsvorhersage für 2019 das vierte Mal in Folge abgesenkt. Auch für Deutschland wurde die Prognose nach unten korrigiert.
Zollbeamte inspizieren Container im Longtougang Port in Nanchang City, China

Zollbeamte inspizieren Container im Longtougang Port in Nanchang City, China

Foto: Peng Zhaozhi/XinHua/dpa

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China lastet weiter auf der Weltwirtschaft. Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte seine Wachstumsvorhersage für das Jahr 2019 - das vierte Mal in Folge - auf nunmehr drei Prozent. Im Juli hatte der IWF noch ein Wachstum von 3,2 Prozent vorausgesagt. Auch für Deutschland wurde die Konjunkturprognose leicht nach unten korrigiert.

Dem IWF zufolge soll das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland um nur 0,5 Prozent zunehmen, vor drei Monaten lag die Prognose noch bei 0,7 Prozent. Von allen Industriestaaten wäre damit nur Italien schlechter dran als die Bundesrepublik. Der IWF appellierte erneut an die Bundesregierung, die staatlichen Investitionen auszuweiten. Die Spielräume im Haushalt sollten genutzt werden, um zusätzliche Gelder in die Modernisierung der Infrastruktur fließen zu lassen.

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Es handelt sich dem IWF zufolge um das langsamste Wachstum der Weltwirtschaft seit der globalen Finanzkrise. Als Gründe nannte der Internationale Währungsfonds zunehmende Handelsbarrieren und wachsende Unsicherheit in Folge geopolitischer Risiken.

Für das kommende Jahr fällt die Vorhersage zwar besser aus. Aber auch sie schraubte der IWF leicht herunter - auf jetzt 3,4 Prozent. Der Grund: wachsende Spannungen im Nahen Osten und eine mögliche Eskalation des Handelskriegs zwischen China und den USA. 2018 war die Weltwirtschaft noch um 3,6 Prozent gewachsen.

Für 2020 sieht der IWF eine leichte Verbesserung. Die neue Konjunkturprognose wurde im Rahmen der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Washington vorgestellt. Bei dem mehrtägigen Treffen beraten Zentralbanker, Finanzminister und Chefs von Großbanken aus aller Welt über die Herausforderungen für die Weltwirtschaft.

Der IWF

rai/dpa/AP
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