Internetforum Aigner startet Verbraucherportal für Lebensmittel

Sie soll den Verbraucher stärken: Auf einer neuen Internetplattform können Kunden sich jetzt direkt über Lebensmittelhersteller beschweren. Die Industrie sieht sich am Pranger.
Jetzt sind die Verbraucher am Zug: Verbraucherministerin Ilse Aigner

Jetzt sind die Verbraucher am Zug: Verbraucherministerin Ilse Aigner

Foto: dapd

Berlin - Transparent, fair, sachlich - mit diesen Eigenschaften bewirbt Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) das Internetportal Lebensmittelklarheit.de , das am Mittwoch freigeschaltet wurde. Die Betreiber wurden von dem Ansturm der Nutzer überrascht, die Seite konnte am Mittwoch zunächst nicht aufgerufen werden.

Verbraucher können dort ab sofort Lebensmittel im Internet anprangern, durch deren Aufmachung sie sich getäuscht fühlen. Verantwortlich für das Portal sind der Bundesverband der Verbraucherzentralen und die Verbraucherzentrale Hessen. Auch die betroffenen Firmen können sich dort zu Wort melden.

Die Ernährungsindustrie kritisierte das Portal. Generell seien Informationen und Diskussionsforen zur Kennzeichnung von Lebensmitteln zwar zu begrüßen, sagte der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, Matthias Horst. Nicht tragbar seien jedoch produktbezogene Angaben, "bei denen Marke sowie Hersteller- und Händlernamen genannt werden".

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Aigner-Portal: Lebensmittel im Online-Test

Aigner wies die Vorwürfe zurück: "Wir fördern den Dialog. Das ist das Gegenteil von Pranger." Als transparentes Informations- und Meinungsforum werde das Portal einen fairen und sachlichen Austausch zwischen Verbrauchern und Wirtschaft ermöglichen.

Aigner wies darauf hin, dass derzeit etwa jeder dritte Verbraucher die Informationen auf Verpackungen unzureichend finde. Ein Drittel bemängelte zu viele Angaben auf den Produkten, ein weiteres Drittel zeigte sich zufrieden. Das Verbraucherministerium fördert das Projekt zwei Jahre lang mit insgesamt 775.000 Euro.

nkk/dapd/dpa/afp