Wie zuletzt 1962 Iran bittet Währungsfonds wegen Coronakrise um Finanzhilfe

Wegen der Coronakrise hat Iran den IWF um Soforthilfe in Milliardenhöhe angerufen. Die Zentralbank in Teheran bat um sofortigen Zugang zu den Kredithilfen - doch die USA müssen noch zustimmen.
Irans Präsident Hassan Rohani: Virus infiziert auch Regierungsmitarbeiter

Irans Präsident Hassan Rohani: Virus infiziert auch Regierungsmitarbeiter

Foto: DPA/Iranian Presidency

Iran hat beim Internationalen Währungsfonds (IWF) mehrere Milliarden Dollar Soforthilfe beantragt. Die Summe solle bei der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie helfen, wie Zentralbankchef Abdolnaser Hemmati mitteilte. Die Notenbank habe um "sofortigen Zugang" zu den vom IWF wegen der Pandemie versprochenen RFI-Kredithilfen gebeten, teilte Außenminister Mohammed Javad Zarif mit. Iran hatte zuletzt zwischen 1960 und 1962 Finanzhilfen von der Institution erhalten.

Die verschiedenen Kredite, die der IWF für wirtschaftlich angeschlagene oder in Zahlungsschwierigkeiten steckende Länder bereitstellt, müssen stets vom Gouverneursrat der Institution genehmigt werden. De facto ist eine Entscheidung gegen den Willen der USA undenkbar. Die Beziehungen zwischen Washington und Teheran sind schon seit Monaten aber extrem angespannt.

Offiziell mehr als 10.000 Infizierte

Iran, das wegen der US-Sanktionen im Zusammenhang mit dem Atomprogramm des Landes unter einer massiven Wirtschaftskrise leidet, ist eines der am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Länder.

Nach jüngstem Stand wurde nun die Schwelle von 10.000 Infektionen in dem Land überschritten. Binnen 24 Stunden kamen rund 1000 Infektionsfälle hinzu, die Zahl der Toten durch das Virus stieg um 75 auf 429. Diese offiziellen Angaben wurden von Experten aber immer wieder als zu niedrig angezweifelt.

Betroffen sind in Iran auch hochrangige Politiker und Regierungsmitarbeiter. Ein wichtiger Berater von Außenminister Zarif war kürzlich an den Folgen der Virusinfektion gestorben.

apr/AFP/Reuters
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