Konflikt am Persischen Golf Iran setzt südkoreanischen Öltanker in der Straße von Hormus fest

In der Straße von Hormus hatte Iran bereits ein britisches Frachtschiff beschlagnahmt. Nun haben Sicherheitskräfte einen südkoreanischen Tanker gestoppt – wegen angeblicher Umweltvergehen.
Boote der Revolutionsgarden eskortieren den südkoreanischen Tanker »Hankuk Chemi«

Boote der Revolutionsgarden eskortieren den südkoreanischen Tanker »Hankuk Chemi«

Foto: Tasnim News Agency / AP

Iranische Sicherheitskräfte sind in der Straße von Hormus an Bord eines südkoreanischen Öltankers gegangen. Dem Staatsfernsehen zufolge habe Teheran das Schiff in der Straße von Hormus beschlagnahmt. Die »Hankuk Chemi« sei von iranischen Behörden wegen angeblicher »Ölverschmutzung« im Persischen Golf in der Meerenge gestoppt worden. Das Schiff hat Ethanol geladen.

Laut der Nachrichtenagentur Fars sollen Seestreitkräfte der iranischen Revolutionsgarde das Schiff sichergestellt haben, Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge soll die Besatzung aus Korea, Indonesien, Vietnam und Myanmar festgenommen worden sein. Satellitendaten von MarineTraffic.com zeigten die »Hankuk Chemi« vor dem Hafen von Bandar Abbas.

Straße von Hormus (Satellitenaufnahme): Weltweit wichtigste Seeroute für Öl

Straße von Hormus (Satellitenaufnahme): Weltweit wichtigste Seeroute für Öl

Foto:

DPA / The Visible Earth/NASA

Iran beginnt mit Uran-Anreicherung auf 20 Prozent

Die Hintergründe des Vorfalls sind noch unklar, die Festsetzung erinnert aber an die wochenlange Beschlagnahme des britischen Tankers »Stena Impero« in der Straße von Hormus. Iran demonstrierte damit seine Macht in der laut der US-Energieagentur EIA weltweit wichtigsten Seeroute für Öllieferungen. Erst am Donnerstag hatten zudem Matrosen eine Haftmine an einem irakischen Tanker im Persischen Golf nahe der iranischen Grenze entdeckt, als dieser sich darauf vorbereitete, Treibstoff auf einen anderen Tanker umzuladen.

Die »Hankuk Chemi« befand sich auf dem Weg von Saudi-Arabien in das Emirat Fudschaira, nahm dann aber Kurs auf iranische Gewässer, wo sie sich aktuell noch befindet. Ihre Festsetzung erfolgt zu einem politisch heiklen Zeitpunkt. Ein Sprecher der iranischen Regierung hat mitgeteilt, dass in der Atomanlage Fordo die Urananreicherung auf 20 Prozent begonnen habe. Dies steht demnach im Einklang mit dem neuen Atomgesetz des Landes. Es war Ende November von Hardlinern und Regierungsgegnern im Parlament verabschiedet worden und verstößt gegen das Wiener Atomabkommen, mit dem der Iran von einem Atomwaffenprogramm abgehalten werden sollte.

Der Präsident des Landes, Hassan Ruhani, hält das Gesetz für politisch unklug und sieht es im Zusammenhang mit einem internen Machtkampf vor der iranischen Präsidentenwahl im Juni. Israel kündigte bereits an, die Herstellung von Atomwaffen durch Iran nicht gestatten zu wollen. Das Land sieht sich durch das iranische Atom- und Raketenprogramm in seiner Existenz bedroht.

apr/AP/Reuters/dpa
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