Nach Drohnen-Abschuss US-Luftfahrtbehörde verhängt Flugverbot über Persischem Golf

Die US-Luftfahrtbehörde hat ein Flugverbot für in den USA registrierte Flugzeuge über dem Persischen Golf und dem Golf von Oman angeordnet. Flüge in der von Teheran verantworteten Flugzone sind bis auf Weiteres nicht mehr erlaubt.

US-Flugzeuge (Archiv)
REUTERS

US-Flugzeuge (Archiv)


Erhöhte Militäraktivitäten könnten für zivile Flugzeuge ein Risiko darstellen: Die zivile US-Luftfahrtbehörde hat nach dem Abschuss einer US-Drohne durch Iran Überflüge für in den USA angemeldete Passagierflugzeuge über dem Gebiet untersagt.

US-Maschinen dürften bis auf Weiteres nicht den von Iran kontrollierten Luftraum über dem Persischen Golf und dem Golf von Oman durchqueren, teilte die Federal Aviation Administration mit.

Als weiterer Grund werden "verschärfte politische Spannungen in der Region" genannt. Diese würden ein Risiko für US-Zivilflugzeuge darstellen, es gebe zudem die Gefahr von Fehleinschätzungen und einer irrtümlichen Identifizierung.

"Der Abschuss eines unbemannten Fluggeräts der USA durch eine iranische Flugabwehrrakete macht das Risiko für die zivile US-Luftfahrt deutlich", erklärte die Behörde.

Die iranischen Revolutionsgarden hatten am Donnerstag eine US-Aufklärungsdrohne vor der Küste des Landes abgeschossen. Teheran erklärte, das unbemannte Fluggerät habe den iranischen Luftraum verletzt, was Washington zurückweist.

Der Abschuss hat die Spannungen zwischen beiden Ländern weiter verschärft. US-Präsident Donald Trump hatte einem Bericht der "New York Times" zufolge bereits Luftschläge gegen Iran freigegeben, diese dann aber in der Nacht zum Freitag abrupt gestoppt. Bei der Militäraktion sollte es sich laut Bericht um Vergeltung für den Abschuss handeln. Flugzeuge seien bereits in der Luft und Schiffe in Position gewesen, schrieb das Blatt unter Berufung auf einen hochrangigen Regierungsbeamten.

US-Drohne
US AIR FORCE / AFP

US-Drohne

Die Zeitung bezieht sich auf Informationen von mehreren hochrangigen Regierungsbeamten, die entweder an den Diskussionen teilnahmen oder darüber informiert wurden. Weder das Weiße Haus noch das Pentagon wollten die Angriffspläne in der "New York Times" kommentierten. Es habe aber keine Bemühungen gegeben, die Veröffentlichung des Artikels zurückzuhalten, hieß es.

apr/AFP/dpa



insgesamt 22 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
lanzarot 21.06.2019
1.
Was haben die USA eigentlich mit Militärgeräten in fremdem Luftraum zu suchen!!! Ach ja, die Welt gehört uns und wir machen was wir wollen.
der_rookie 21.06.2019
2. Hm
Man kann der heutigen US Regierung ja viel unterstellen. Aber als Vergeltung für den Abschuss einer (vermutlich illegal) im Iranischen Luftraum fliegenden Spionagedrohne Angriffswaffen einzusetzen wäre selbst für heutige Verhältnisse extrem. Ich glaube eher, dass hier bewusst Pressemeldungen veranlasst würden um an Iran ein Signal der militärischen Bereitschaft zu senden. Was damit erreicht wird ist eine andere Frage
heinz k 21.06.2019
3. Pharisaer lassen gruessen.
So sinnvoll es ist den Luftraum im Kriegsfall fuer zivile Flugzeuge zu sperren , und dieser Krieg wird von den USA ja gerade voelkerrechtswidrig vorbereitet - wer hat denn 1988 ein ziviles Flugzeug ueber dem Golf abgeschossen ? Als Machtdemonstration , die dann tatsaechlich zum Ende des ersten Golfkriegs fuehrte .
thomas_linz 21.06.2019
4. Die USA
Zitat von lanzarotWas haben die USA eigentlich mit Militärgeräten in fremdem Luftraum zu suchen!!! Ach ja, die Welt gehört uns und wir machen was wir wollen.
verteidigen am Golf die eigenen Sicherheitsinteressen. Welche Interessen das sind, kann ich aber nicht sagen. Vermutlich geht es um Oel, Waffenlieferungen und viel Geld!
Pocillator 21.06.2019
5. militärische "Vergeltungsmassnahmen" für den Abschuss einer Drohne
Was immer diese US-Drohne in diesem Gebiet verloren hatte, für den Abschuss dieses Ziele im Land zu bombardieren und dabei Menschen zu töten, das fände ich barabarisch,.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.