Rohstoffschwemme Iran will Ölproduktion steigern

Die globale Ölschwemme dürfte in den kommenden Monaten zunehmen. Ein Abkommen zur Begrenzung der Weltproduktion ist gerade erst gescheitert. Nun kündigt Iran an, seine Förderung auszuweiten.

Ölförderung in Iran
dapd

Ölförderung in Iran


Iran will in zwei Monaten wieder eine Erdölproduktion auf dem Niveau der Zeit vor den Atomsanktionen erreicht haben. Dies sei bis zum 20. Juni geplant, kündigte Vize-Ölminister Rokneddin Dschawadi am Dienstag laut der Nachrichtenagentur Irna an.

Seine Aussagen wurden als Signal des Opec-Staates gewertet, beim nächsten Treffen der Organisation der erdölexportierenden Länder zur Diskussion über eine Deckelung der Produktion bereit zu sein. Insidern zufolge will sich Iran nach Erreichen einer Tagesproduktion von knapp vier Millionen Barrel (159 Liter) an den Bemühungen zur Stabilisierung des Marktes beteiligen. Derzeit kommt das Land wohl auf rund 3,5 Millionen Barrel pro Tag.

Am Sonntag waren die Gespräche führender Ölförderstaaten zur Bekämpfung des weltweiten Überangebots gescheitert . Experten machen dafür Saudi-Arabien verantwortlich. Das Land wollte durchsetzen, das auch der Erzrivale Iran seine Produktion kappt. Dies jedoch hatte die Islamische Republik, die bei dem Treffen gar nicht vertreten war, schon im Vorfeld abgelehnt.

Der Iran will zunächst die Marktanteile wiedergewinnen, die das Land im Zuge der Sanktionen im Atomstreit mit dem Westen verloren hatte, die Anfang des Jahres aufgehoben wurden. Das nächste Opec-Treffen ist für den 2. Juni geplant.

ssu/Reuters

insgesamt 11 Beiträge
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sebastian.teichert 19.04.2016
1. Wird auch Zeit!
Der Preis an den tanken fängt grad wieder an zu missfallen! Geht gar nicht!^^
ricson 19.04.2016
2.
schön zu sehen das die freie Marktwirtschaft am Ende alle einholt. Ich denke das die Opec an diesem Streit zerbrechen könnte, und die Erdöl fördernden Länder am Ende als Wettbewerber dastehen könnten. dann werden wir endlich erfahren wie viel Erdöl in einem freien Markt wirklich wert ist. vermutlich immer weniger wenn die Verbraucher durch Umweltschutz Massnahmen immer weniger verbrauchen, und die Erzeuger nicht weniger fördern wollen oder können. ein guter Anreiz um Ressourcen zu schonen, je weniger wir verbrauchen umso günstiger wird es.
rjb26 19.04.2016
3. völlig gerechtfertigt
der Iran will sich etwas verkaufen. . .dann muessen die ISIS Sponsoren von der Halbinsel mal kurzer treten oder der Preis fällt halt und es wird weniger gefrackt ...um so besser
otto_iii 19.04.2016
4. 874
Iran war jahrelang vom Ölmarkt weitgehend ausgeschlossen und hat daher nun nachvollziehbarerweise Nachholbedarf. Das ganze zeigt aber auch die Aussichtslosigkeit der insbesondere hierzulande mit gigantischem Aufwand betriebenen Bemühungen um CO2-Reduktion und Klimaschutz: Das geförderte Öl wird auf jeden Fall verbrannt, wenn nicht hier, dann woanders auf der Erde. Die einzig effektive Möglichkeit CO2-Emissionen zu begrenzen besteht darin, die Förderung von Kohle, Gas und Öl zu begrenzen, und zwar im Weltmaßstab. Erst dann steigen die Preise, und erst dann werden alternative Technologien rentabel und setzen sich durch. Danach sieht es aber gegenwärtig überhaupt nicht aus.
aurichter 19.04.2016
5. Nun denn,
die Iraner werden sich sagen, vorher nix ( oder so gut wie keine Verkäufe ) und jetzt 4 Mio Barrel x round about 40,- $ am Tag, also fast 5 Mia $ pro Monat. Warum sollten sie also Deckeln, wenn man zudem auch nicht mit Sicherheit weiss, ob der Preis so rapide ansteigt. Die Iraner sind auch von den Nachbarn auf Druck der USA gepisackt worden, warum sollten sie nun den verhaßten Sheiks entgegen kommen. Sie wissen sehr wohl um ihre neu gewonnene Macht am Oelmarkt und wenn man den Aussagen Glauben schenken kann, daß der Iran sowohl bei Oel als auch bei Gas über die größten Reserven mit verfügt, dann sitzen sie halt jetzt auch einmal am längeren Hebel. Die Frage wird sein, welche Staaten dann von diesen neuen Einnahmen am Meisten profitiert!
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