Kritik von US-Senat Irland bestreitet Steuernachlass für Apple

Die irische Regierung sieht sich zu Unrecht am Pranger: Das Land habe mit den Steuertricks von Apple nichts zu tun, sagte Außenminister Gilmore. Der US-Senat hatte zuvor kritisiert, dass ein großer Teil der Konzernumsätze über Tochterfirmen in Irland am amerikanischen Fiskus vorbei laufe.

Irlands Außenminister Gilmore: "Das irische Steuersystem ist sehr transparent"
Getty Images/Dept of the Taoiseach

Irlands Außenminister Gilmore: "Das irische Steuersystem ist sehr transparent"


Brüssel - Die Regierung in Dublin wehrt sich gegen Vorwürfe, für Steuernachlässe von Niederlassungen des US-Konzerns Apple Chart zeigen in Irland verantwortlich zu sein. "Das hat nichts mit dem irischen Steuersystem zu tun", sagte Außenminister Eamon Gilmore am Rande eines Ministertreffens in Brüssel. "Das sind Fragen, die mit dem Besteuerungssystem in anderen Rechtssystemen zu tun haben." Es sei also eine Frage, die nicht in Irland geklärt werden müsse.

Offenbar bezieht sich Gilmore damit auf das amerikanische Steuerrecht. Lücken darin könnten demnach Apples geringe Abgabenlast begünstigt haben. Irland unterstütze internationale Bemühungen, Steuerschlupflöcher zu schließen. "Das irische Steuersystem ist sehr transparent und sehr klar", sagte Gilmore. "Wir haben einen Unternehmensteuersatz, der für alle Firmen gilt. Und die OECD hat bestätigt, dass Irland ein sehr steuerkonformes Land ist." Er betonte: "Es gibt Probleme in anderen Rechtssystemen, diese Probleme müssen gelöst werden. Alle internationalen Schlupflöcher müssen gestopft werden."

Eine Untersuchung des US-Senats hatte die Steuertricks von Apple zuvor kritisiert. Der Hightech-Konzern vermeide durch ein komplexes Netz an Auslandsfirmen Milliarden Dollar an Steuerzahlungen in den USA und anderen Ländern.

In dem Bericht heißt es unter anderem, dass ein wesentlicher Teil der Umsätze von Apple über Tochterfirmen in Irland laufe. Zwischen 2009 und 2012 habe das Unternehmen dabei 74 Milliarden Dollar an Umsatz von den USA nach Irland verlagert. Dem Bericht zufolge verfügt Apple über 145 Milliarden Dollar Barreserven. Davon lägen 102 Milliarden außerhalb der USA - mit dem Ziel, Steuern zu sparen. Zudem kritisierte der Senatsausschuss, Irland habe Apple eine Steuerquote von zwei Prozent eingeräumt - statt der üblichen Rate von zwölf Prozent.

Apple erklärte dazu, dass die Tochter Apple Operations International nicht in den USA steuerpflichtig sei, weil sie in Irland ansässig sei. Sie werde aber auch von Irland nicht besteuert, weil sie dafür bestimmte Ansässigkeitsbedingungen nicht erfülle. Allerdings flössen der Firma bereits in den Herkunftsländern besteuerte Mittel zu.

cte/dpa

insgesamt 58 Beiträge
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wolfi55 21.05.2013
1. Irland und Steuer
Tja Irland musste als erstes Land der EU unter den Rettungsschirm kriechen, weil deren Firmen zuwenig Steuern zahlen, für das Risiko, das sie darstellen.
doytom 21.05.2013
2. Nicht nur apple, auch Facebook, Google, Microsoft und all die grossen...
Zitat von sysopGetty Images/Dept of the TaoiseachDie irische Regierung sieht sich zu Unrecht am Pranger: Das Land habe mit den Steuertricks von Apple nichts zu tun, sagte Außenminister Gilmore. Der US-Senat hatte zuvor kritisiert, dass ein großer Teil der Konzernumsätze über Tochterfirmen in Irland am amerikanischen Fiskus vorbei laufe. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/irland-bestreitet-steuerverguenstigungen-fuer-apple-a-900946.html
Nicht nur apple, auch Facebook, Google, Microsoft und all die grossen `Multinational Companies` haben ihre Hauptsitze nach Irland verlagert Aufgrund der niedrigen Unternehmenssteuern. Aber das Irland als Steueroase für internationale Firmen fungiert, ist allen schon seit langen bekannt, denn nicht umsonst mockierte sich unser Bundesfinanzminister W. Schäuble damals über die niedrigen Unternehmenssteuern als die `Bailout-Packages` für die klamme grüne Insel geschnürt wurden. Wer sich jetzt darüber aufregt hat wohl einiges versäumt und sollte sich nicht beschweren.
R aus S 21.05.2013
3. Siehe VW, BASF und Co....
Na und? Machen doch alle Großen so, "unsere" auch mit "uns" siehe Spiegelartikel neulich: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/steuern-vw-basf-bayer-und-henkel-druecken-abgaben-in-belgien-a-900415.html
aljoschu 21.05.2013
4.
"Eine Untersuchung des US-Senats hatte die Steuertricks von Apple zuvor kritisiert. Der Hightech-Konzern vermeide durch ein komplexes Netz an Auslandsfirmen Milliarden Dollar an Steuerzahlungen in den USA und anderen Ländern." Nicht allein Apple betrügt die USA und viele andere Länder, in denen sie Geschäfte machen, das tun alle internationalen Konzerne seit vielen Jahren - und auch in Deutschland werden alljährlich Milliarden an Steuern hinterzogen. Daher ist es dringend geboten aber einäugig, wenn man jetzt zur Jagd auf die Steuersümpfe in der Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg, Österreich und in England bläst. Es muss auch dafür gesorgt werden, dass die kriminellen Praktiken der internationalen Konzerne zur Steuerhinterziehung untersucht und gestoppt werden. Güter und Dienstleistungen dürfen ausschließlich dort besteuert werden, wo sie produziert und vermarktet werden. Was wo geschieht, darüber haben die Unternehmen einen exakten Nachweis zu führen. Und Steuerhinterziehung im großen Stil muss auch in großem Stil bestraft werden. Und Ländern wie Irland muss man eines klar machen: Dass man nicht beides zugleich haben kann - die Unterstützung und Solidarität der europäischen bzw. internationalen Gemeinschaft und das Privileg, diese Gemeinschaft gleichzeitig zu betrügen und auszusaugen.
maliperica 21.05.2013
5. Besteht ein besonderes Abkommen zwischen Irland und Apple oder nicht?
Zitat von sysopGetty Images/Dept of the TaoiseachDie irische Regierung sieht sich zu Unrecht am Pranger: Das Land habe mit den Steuertricks von Apple nichts zu tun, sagte Außenminister Gilmore. Der US-Senat hatte zuvor kritisiert, dass ein großer Teil der Konzernumsätze über Tochterfirmen in Irland am amerikanischen Fiskus vorbei laufe. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/irland-bestreitet-steuerverguenstigungen-fuer-apple-a-900946.html
Entweder ist eine Behauptung wahr oder nicht. Man behauptet dass Appledurch einen besonderen Vertrag mit Irland statt gesetzlich geltenden Steursatz von 12% lediglich nur 2% zahlt. Zwar es ist nur eine von vielen Fragen, aber was doch allgemein irritierend erscheint ist dieser ewige allmoderne Zickzack Still auf die klare einfache Frage, klare Antwort abzugeben.
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