Ratingagentur Standard & Poor's stuft Irlands Bonität besser ein

Jahrelang galten Irlands Staatsanleihen als Ramsch, inzwischen bekommt das Land wieder frisches Geld von Investoren - und die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Bonitätsnote der Iren  angehoben. Für Italien sind die Aussichten weniger gut.

Zentrale von Standard & Poor's in New York: Irland im A-Bereich
REUTERS

Zentrale von Standard & Poor's in New York: Irland im A-Bereich


London - Es ist die erste Verbesserung seit Beginn der Euro-Krise: Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Kreditwürdigkeit von Irland um eine Stufe angehoben. Die Bonitätsnote steige von "BBB+" auf "A-", teilte die Agentur mit. S&P begründete den Schritt mit verbesserten Wachstumsaussichten des Landes. Im Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2016 erwartet die Agentur ein Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent.

Auch deshalb könnte sich die Bonitätsnote Irlands weiter verbessern: Der Ausblick für das Rating bleibt positiv. Nach einer Reihe von Herabstufungen ist dies die erste Heraufstufung seit Beginn der Schuldenkrise. Anfang 2009 hatte Irland noch die Bestnote "AAA".

Die Agentur erwartet für die Wirtschaft Irlands weiterhin eine starke Auslandsnachfage. Zudem erhole sich die Binnenwirtschaft des Landes anhaltend, gestützt durch hohe Investitionen aus dem Ausland. Gefahren für Irland sieht S&P vor allem noch im Bankensektor.

Im Januar hatte der S&P-Konkurrent Moody's die Bonitätsnote Irlands erhöht und das Land damit von der Ramsch-Liste gestrichen. S&P stuft Irland nun allerdings noch besser ein als Moody's und auch Fitch. Seit Ende 2013 befindet sich Irland nicht mehr unter dem Euro-Rettungsschirm und hatte sich zuletzt wieder erfolgreich über die Kapitalmärkte refinanziert.

Italien bleibt bei "BBB"

Weniger erfreulich ist der Ausblick für das S&P-Rating in Bezug auf Italien: Er ist "negativ". Damit droht S&P der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone weiter mit einer Herabstufung. Die Bonitätsnote Italiens bleibe bei "BBB", teilte S&P in London mit. Die aktuelle Note liegt lediglich zwei Stufen über dem sogenannten Ramschniveau.

Trotz des jüngsten Regierungswechsels sieht die Ratingagentur noch keine Verbesserung der Kreditwürdigkeit des Landes. Einige Beobachter hatten im Falle Italiens zumindest mit der Anhebung des Ausblicks gerechnet. S&P begründete seine Entscheidung indes mit den schwachen Wachstumsaussichten des Landes.

Mit Blick auf die Reformpolitik des neuen italienischen Premierministers Matteo Renzi äußert sich S&P zurückhaltend. Die bisher von der Regierung geäußerten Absichten seien ermutigend. Man müsse jedoch abwarten, was von dem Programm umgesetzt werde und in welchem Zeitraum dies geschehe.

fdi/jbe/dpa-AFX

insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
analysatorveritas 06.06.2014
1. Die Fakten!
Zitat von sysopREUTERSJahrelang galten Irlands Staatsanleihen als Ramsch, inzwischen bekommt das Land aber wieder frisches Geld von Investoren. Nun hat die Ratingagentur Standard & Poor's die Bonitätsnote des Euro-Staats angehoben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/irland-rating-agentur-standard-poor-s-stuft-bonitaet-hoeher-ein-a-973955.html
Irland rettet seine Banken, dadurch wurde die irische Staatsverschuldung in die Höhe getrieben, ausländische Investments wurden somit gerettet und erhalten, Stichwort HRE-Tochter Defpa, Sachsen-LB etc. Zum Dank durfte Irland seine steueroptimierendes Modell behalten, seine finanziellen Verpflichtungen bezüglich der Rettungsmaßnahmen wurden durch Zins-, Tilgungs- und Laufzeitstreckungen über den EFSF, ELA und über die EZB belohnt. Die Rechnung bekam dafür ebenso der einfache irische Bürger präsentiert, nach einem langen Wirtschaftswunder durch Briefkastenmodelle, Steueroptimierungskonstrukte und Euromitgliedschaft. Die Banken freut's, die internationalen Steueroptimierer der Banken-, Finanz- und Industriewelt ebenso, die EU-Kommission auch und Berlin kann Irland als Euromusterknabe präsentieren. http://de.wikipedia.org/wiki/Depfa_Bank http://de.wikipedia.org/wiki/Hypo_Real_Estate http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/euro-krise-bedroht-europas-banken-a-838918-4.html http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ezb-macht-zugestaendnis-bei-irland-hilfe-a-882049.html
linus23 06.06.2014
2.
Zitat von sysopREUTERSJahrelang galten Irlands Staatsanleihen als Ramsch, inzwischen bekommt das Land aber wieder frisches Geld von Investoren. Nun hat die Ratingagentur Standard & Poor's die Bonitätsnote des Euro-Staats angehoben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/irland-rating-agentur-standard-poor-s-stuft-bonitaet-hoeher-ein-a-973955.html
also ist in der Realität wohl vom Gegenteil auszugehen ....
wibo2 07.06.2014
3. Standortvorteil Steueroase der Eurozone
Zitat von sysopREUTERSJahrelang galten Irlands Staatsanleihen als Ramsch, inzwischen bekommt das Land aber wieder frisches Geld von Investoren. Nun hat die Ratingagentur Standard & Poor's die Bonitätsnote des Euro-Staats angehoben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/irland-rating-agentur-standard-poor-s-stuft-bonitaet-hoeher-ein-a-973955.html
Seit Jahren lockt Irland mit niedrigen Steuern Unternehmen an. Das kann nach dem Willen der Eurokraten auch so bleiben. Für die Sanierung der Finanzen sollen "Im Land der Leeren Häuser" die einfachen Bürger bezahlen. Die Bauwut der Immobilien Unternehmer hatte Irland zunächst bis zum Absturz zum Wirtschaftswunder gemacht. Irland ist immer noch das Land in Europa mit den niedrigsten Unternehmenssteuern; weltweit liegt Irland was das angeht an sechster Stelle.
leidenfeuer 07.06.2014
4. Zum Glück gibt es Staaten mit niedrigen Steuern in Europa.
Zitat von wibo2Seit Jahren lockt Irland mit niedrigen Steuern Unternehmen an. Das kann nach dem Willen der Eurokraten auch so bleiben. Für die Sanierung der Finanzen sollen "Im Land der Leeren Häuser" die einfachen Bürger bezahlen. Die Bauwut der Immobilien Unternehmer hatte Irland zunächst bis zum Absturz zum Wirtschaftswunder gemacht. Irland ist immer noch das Land in Europa mit den niedrigsten Unternehmenssteuern; weltweit liegt Irland was das angeht an sechster Stelle.
Kein einziger Staat der EU ist verpflichtet, so hohe Steuern und Abgaben zu haben wie Deutschland. Unser Staat braucht eben mehr Geld als andere Staaten, weil er Riesensummen an EU, EZB und andere Institutionen verteilt und mit Riesensummen Haftung für andere europäische Staaten übernommen hat und übernimmt. Die Deutschen machen alles mit, weil die meisten von ihnen sowieso nicht so genau wissen, was alles vom deutschen Staat auf ihren Rücken geladen worden ist und wird. Außerdem haben sie nun für geraume Zeit sowieso keine Wahl mehr und müssen nun praktisch alles schlucken, was immer der Staat ihnen auferlegt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.