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IS-Plan: Gold für den Staat

Gold- und Silbermünzen "Islamischer Staat" führt eigene Währung ein

Die Terrorgruppe "Islamischer Staat" will sich tatsächlich als Staat etablieren - und präsentiert der Welt eine eigene Währung. Münzen aus Gold, Silber und Kupfer sollen die "Gewaltherrschaft des Finanzsystems" brechen.

Hamburg - Der "Islamische Staat" (IS) bekommt eine eigene Währung. Wie die Terrororganisation in einem Statement bekannt gab, seien sieben unterschiedliche Münzen in Planung: Zwei aus Gold, drei silberne und zwei aus Kupfer. Ziel sei es, sich der "Gewaltherrschaft des Finanzsystems" zu entziehen. Der Schritt sei "Gott gewidmet" und werde "Muslime von einem globalen Wirtschaftssystem entlassen, das auf satanischem Wucher basiere".

Zeigen sollen die Münzen unter anderem eine Weltkarte, einen Speer mit Schild und das weiße Minarett von Damaskus, wo laut der islamischen Mythologie eines Tages der Messias herabsteigen soll.

Obwohl sich der IS somit von der internationalen Wirtschaft abkoppeln will, könnte die Terrororganisation mit der neuen Währung auch von globalen Marktschwankungen abhängig sein: Sie verschreibt sich nämlich einer Art Goldstandard. Die Kaufkraft der Münzen würde vollständig der Kaufkraft von Gold, Silber und Kupfer entsprechen, sagte Steven Hanke, Wirtschaftsprofessor an der Johns Hopkins Universität der "Financial Times". 

Die wertvollste Münze soll 21 Gramm wiegen und aus 21-karätigem Gold bestehen. Wie die "Financial Times" schreibt, dürfte der Gegenwert bei rund 694 Dollar liegen. Die zehn Gramm leichte Kupfermünze soll laut Zeitung einen Gegenwert von sieben Cent besitzen. Die Dinar-Münzen aus Silber hätten nach aktueller Marktlage einen Wert von 45 Cent bis 4,50 Dollar.

Der IS gilt als eine der reichsten Terrororganisationen der Welt. Die selbst ernannten Gotteskämpfer finanzieren sich durch kriminelle und terroristische Tätigkeiten, etwa Erpressung von Schutzgeldern. Millionen verdient IS mit der Förderung von Öl in Syrien und dem Irak.

Zu der geplanten Währung sagte Experte Hanke der "Financial Times": "Das wichtigste Thema ist: Woher bekommen sie das Gold und Kupfer? Der IS wird mehr Eigentum durch Diebstahl und Kriegsbeute konfiszieren müssen."

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