Sinkende Wirtschaftsleistung Italien rutscht in die Rezession

Die italienische Wirtschaftsleistung ist im vierten Quartal erneut gesunken - sogar stärker als von Experten erwartet. Ministerpräsident Conte sieht die Ursachen dafür nicht im eigenen Land.

Rom
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Italiens Wirtschaft ist in eine Rezession gerutscht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) verringerte sich zwischen Oktober und Dezember 2018 im Vergleich zum Vorquartal um 0,2 Prozent. Das teilte das nationale Statistikamt Istat nach einer ersten Schätzung mit. Experten hatten lediglich mit einem Minus von 0,1 Prozent gerechnet.

Bereits im dritten Quartal war die italienische Wirtschaft um 0,1 Prozent im Quartalsvergleich geschrumpft. Bei zwei Quartalen in Folge mit einer sinkenden Wirtschaftsleistung sprechen Experten von einer "technischen Rezession".

Im Jahresvergleich wuchs die italienische Wirtschaft im vierten Quartal kaum noch und legte nur um 0,1 Prozent zu. Auch in dieser Betrachtung wurden die Erwartungen von Experten verfehlt. Vor der aktuellen Rezession war Italiens Wirtschaft zuletzt 2014 geschrumpft. Seit einem Jahr hat die Wirtschaftsleistung jedoch wieder kontinuierlich nachgelassen.

Conte sieht externe Gründe

Italiens Wirtschaft leidet unter chronischer Wachstumsschwäche und kann mit der Konjunktur in der Eurozone seit Langem nicht mithalten. Ministerpräsident Giuseppe Conte hatte die Märkte bereits am Mittwoch auf eine technische Rezession vorbereitet. Er macht dafür hauptsächlich externe Faktoren wie den aktuellen Abschwung in Deutschland und China verantwortlich, der Italiens Exporten geschadet habe.

Doch in Italien ist auch die Verschuldung ein Problem: Das Land leidet unter einer Schuldenlast in Höhe von mehr als 131 Prozent der Wirtschaftsleistung, der höchsten in der Eurozone nach Griechenland.

Die seit Mitte vorigen Jahres amtierende populistische Regierung in Rom will das Wachstum unter anderem mit Steuersenkungen und höheren Sozialausgaben ankurbeln und nimmt dafür höhere Schulden in Kauf. Vor diesem Hintergrund hatte sie auch einen Haushaltsstreit mit der EU-Kommission ausgetragen.

brt/Reuters/dpa-AFX

insgesamt 45 Beiträge
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Galluss 31.01.2019
1. Nein, um 0,2 %.
Jetzt geht Rom unter.
lathea 31.01.2019
2. Das war bei dieser Regierung ...
....auch zu erwarten.
neue_mitte 31.01.2019
3.
"Ministerpräsident Conte sieht die Ursachen dafür nicht im eigenen Land." Direkt aus dem Handbuch vorbildlicher Autokraten und Despoten.
yournamehere 31.01.2019
4. Nicht anders zu erwarten
Wenns gut läuft, ist es natürlich immer der eigene Verdienst. Wenns schlecht läuft, sind immer die anderen schuld...
claus7447 31.01.2019
5. Die böse böse
EU. Wer hätte etwas anderes erwartet.
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